Schwachstellen und Fragezeichen nach Altglienicke

Der erste Pokalauftritt der Saison 2020/2021 wurde sicherlich komplett von den Diskussionen um Cordoba bestimmt. Der Topstürmer wird uns jetzt ziemlich sicher verlassen. Köln winkt damit ein schöner Geldregen, steht aber erstmal ohne Mittelstürmer da. 

Ein schneller Ersatz, sowie eine rasche vollständige Genesung von Modeste sind jetzt umso wichtiger. Das hat auch das Spiel gegen Altglienicke bewiesen. Thielmann ist einfach kein Angreifer und wird es auch nicht werden. Auch wenn er vor dem 2:0 gut abgelegt hat, aber in der Bundesliga wird ihm gerade sowas nicht so einfach gelingen. Ansonsten blieb er blass und vor allem auch gegen einen unterklassigen Gegner erneut torlos. Spätestens jetzt ist das klar. Deshalb hätte ich mir gern Lemperle mal (früher) in der Position gesehen. Sein Nachsetzen vor dem 6:0 war zumindest mal ein Lichtblick. Ein echter Angreifer muss trotzdem her. Schnell!

Immerhin die offensive Dreierkette konnte sich ins Blickfeld rücken. Rechtzeitig, bevor in den kommenden Tagen neue Spieler für die Positionen zum Kader stoßen sollen. Dabei war das Trio überraschend gewählt (teilweise notgedrungen durch den Ausfall vom Jakobs). Elvis hat das gut gemacht und sich seine Position erstmal verdient. Özcan habe ich das so gegönnt und war ein kleines Ausrufezeichen, auch wenn er sicherlich schnell in die zweite Reihe rücken muss. Drexler nach einigen Anläufen noch mit seinem Tor… und vielleicht wäre er noch eine kampf- und abschlussstarke Alternative auf der Neun.

So sehr uns der Schuh in der Offensive drückt, genauso stark müssen wir uns Sorgen um die Defensive machen, in der überraschend Meré für Bornauw starten durfte. Aber wie leicht uns ein Regionalligist aus- und überspielen konnte, ist schon beängstigend. Bundesligastürmer nehmen uns auseinander. 

Warum dann nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Schmitz der positionsfremde Höger anstelle von Easy eingewechselt wurde, mutet merkwürdig an. Was hat der Junge verbrochen…
So viele Schwachstellen heute aufgedeckt worden, so zählt dann schlussendlich doch das Ergebnis. 
Mit einem guten Gefühl kann man als Fan des 1. FC Köln trotzdem nicht in die Saison gehen und man darf gespannt und hoffnungsfroh auf die Transferaktivitäten der nächsten Tage blicken. 

Kudos an Horst Heldt

Wenn man auf die Transfertätigkeiten des 1. FC Köln in diesem Sommer schaut, dann könnte man durchaus demoralisiert sein. Bei den Neuzugängen steht da prinzipiell eine Null. Mit Voloder und Lemperle wurden zwei weitere Talente zu den Profis hochgezogen. Von den Rückkehrern sollen Özcan und Horn wieder fest integriert werden. Externe Neuzugänge finden sich aber vergebens. Mit Zieler kommt aber wohl immerhin ein neuer Torhüter, der das Geschäft kennt und Horn hoffentlich Druck machen dürfte. Auch wenn er keinen klaren Angriff auf die Nummer eins machen soll.

Ernüchternd kann man das nennen, da man in der letzten Saison deutlich gesehen hat, dass im Kader etwas passieren muss und wir einigen Baustellen haben.

Trotzdem bin ich zufrieden.
Denn Horst Heldt hat eine Monsteraufgabe zu lösen. Er hat kein Transferbudget, dafür einen extrem aufgeblähten Kader (besonders wegen der zehn Rückkehrer) und damit keinen Spielraum. Seine Aufgabe war und ist es, unnötigen Ballast abzuwerfen. Keine einfache Aufgabe, wenn man bedenkt, dass sich die abzugebenden Spieler in den letzten Monaten nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert haben (Ausnahme vielleicht Sörensen).

Umso bemerkenswerter ist es, dass Abnehmer für Schindler, Hauptmann, Verstraete, Bisseck, Bartels, Scott und Ostrak gefunden wurden. Auch bei Koziello, Schaub, Queiros, Sobiech und sogar Risse sieht es so aus, als ob man einen Verein findet. Gerade Risse ist ein gutes Beispiel dafür, dass es nicht nur darum geht Spieler abzugeben, die zuletzt verliehen waren und keine Zukunft mehr beim EffZeh haben, sondern dass der Kader nochmal weiter aufgeräumt werden soll. Bei Schindler, Hauptmann und Verstraete hat man schon die ersten Züge gesehen. Mit Risse geht es weiter. Bei Meré und Terodde müsste es weitergehen und eigentlich auch bei Höger. Auch wenn wir hier fast ausschließlich über Leihen sprechen – was bedeutet, dass wir sicherlich weiterhin einen Teil des Gehaltes tragen und im kommenden Sommer wieder eine Reihe von Rückkehrern haben, war dieser Schritt unerlässlich. Zum einen, um Spielraum im Kader zu schaffen und gleichzeitig in der Hoffnung, dass sich einzelne Spieler doch nochmal weiterentwickeln, um dann ggf. nochmal beim EffZeh anzugreifen oder um andere Mannschaften auf die Spieler aufmerksam zu machen.

Parallel muss Heldt vorbereitet sein für den Fall, dass der Abgang von Cordoba fix ist. Dann würden auch Einnahmen in die Kassen gespült, die uns auf dem Transfermarkt helfen.

Heldt hat schon jetzt viele gute Hausaufgaben erledigt, aber gefühlt hat er nochmal genauso viele, von denen er sicherlich nicht alle lösen wird.
Aber der Weg alten Ballast loszuwerden und parallel den Nachwuchs im Verein zu halten, ist genau der richtige.

Markus Gisdol wird dann damit umgehen müssen, dass sein finaler Kader vielleicht erst nach Saisonstart richtig steht. Gleichzeitig kann das eine Chance für die jungen Spieler sein, sich in den Vordergrund zu spielen.

Auch wenn ich nicht komplett entspannt bin, so bin ich doch recht zufrieden mit dem bisherigen Transfersommer beim 1. FC Köln

Festival-Erinnerungen im heimischen Schlafzimmer

Wir schlafen mit offenem Fenster.
Also eigentlich schon im offenen Fenster.
Unser selbstgebautes Bett ist auf einem Plateau, das direkt mit der Fensterbank abschließt. Was bedeutet, dass ich meinen Kopf zum Fenster rausstrecken kann, wenn ich dieses weit geöffnet habe.
Und das haben wir aktuell. Nicht nur auf Kipp, damit etwas Sauerstoff reinkommt, sondern weit aufgerissen, damit die kühle nächtliche Brise an unserer Nase kitzelt und den vom heißen Sommertag aufgeheizten Raum runterzukühlen.
Das ist angenehm und erfrischend.
Zumindest bis zum Morgengrauen, wenn der Nachbars-Hahn sein morgendliches Kikeriki durch die Nachbarschaft brüllt und die ersten Sonnenstrahlen den Tag erhellen.

Grundsätzlich erinnert mich das alles an Musik-Festivals.
Auf Dutzenden war ich früher.
Früher, vor Corona. Weit vor der Pandemie. Vor den Kindern also.
Damals waren die Nächte lang und man kippte oft erst ins Zelt, wenn am Horizont schon ein heller Streifen erschien.
Was zur Folge hatte, dass sich wenige Stunden nach Einschlummern das Zelt dermaßen aufheizte, dass man zu kochen begann.
Man krabbelte also zum Eingang und öffnete den Reißverschluss. Für etwas frische Luft.
Half nie, weswegen man nach langem Quälen irgendwann den Kopf in den Zelteingang legte.

Diese Erinnerung kam auf, als ich jetzt wieder meinen Hals reckte, um einen Windzug auf meinem Gesicht zu spüren.

Salih Özcan startet mit Pech in seine richtungsweisende Saison beim 1. FC Köln

Keine Ahnung, ob das Pech ist oder Seuche oder eigentlich erstmal noch egal.
Salih Özcan hatte in Köln oft keinen ganz leichten Stand. Immer mal wieder behauptete er sich in der Anfangself, aber nur für kurze Zeit. Seine unbekümmerte Art, kam gut an, sein draufgängerisches und nicht immer kontrolliertes Verhalten auf dem Platz, kostete ihn diesen Platz regelmäßig.
Ich möchte seine aggressive Art auf dem Platz schon immer. Solche Typen braucht man und wenn der Junge dann noch aus der Stadt des eigenen Vereins kommt, dann will man ihn noch viel mehr in verantwortungsvoller Rolle sehen.
Die Chance hatte er vor einem Jahr nicht mehr und man schenkte ihm die Möglichkeit sich in Kiel weiterzuentwickeln.
Das gelang. Mehr als das.
Bei Holstein war er eine treibende Kraft und hat den nächsten Schritt in seiner Entwicklung genommen.
Fast zwangsläufig ist man am Geißbockheim froh, dass er in diesem Sommer wieder zurück gekehrt ist. In einem Sommer, in dem man kaum neue Spieler verpflichten dürfte, was die Chancen von Özcan erhöht.
Erst recht, da mit Verstraete und Hauptmann schon zwei Konkurrenten im zentralen Mittelfeld abgegeben wurde und Uth (Stand jetzt) nicht weiterverpflichtet wird. Zudem sollen auch Koziello und Schaub den Verein noch verlassen.
Konkurrenz ist trotzdem noch da. Besonders auf der Sechs, wo Hector und Skhiri wohl gesetzt sind und zudem Elvis und Höger bereit stehen.
Da Özcan in Kiel torgefährlicher geworden ist und seine Mitspieler besser in Szene setzen konnte, sind gleichzeitig seine Chancen auf der Zehn deutlich gestiegen. Da gibt es nach dem Abgang von Uth eine Vakanz, auch wenn dort Drexler und Kainz genauso spielen könnten, wie Elvis.
Doch Özcan schien gerade mit seiner aggressiven Spielart gute Chancen bei Gisdol zu haben.
Zu meiner Freude.

Doch irgendwie hat der Junge einfach Pech. Zum Auftakt der Vorbereitung musste er wegen eines positiven Corona-Tests erstmal pausieren. Umso bitterer, da die Vorbereitung nur auf fünf Wochen ausgelegt ist und er damit einen wichtigen Teil verpasst, um von Beginn an auf sich aufmerksam zu machen.

Jetzt haben erstmal andere Spieler Zeit sich in den Vordergrund zu spielen.
Ich drücke die Daumen, dass Özcan schnell in die Spur findet und seine Chance erhält.
Ansonsten dürfte das wirklich sein letztes Jahr in Köln gewesen sein.

Leistner. Warum Leistner?

Toni Leistner war ein ganz solider Wintertransfer und in der Rückrunde durchaus wichtig, als sich Czichos verletzte. Nicht nur finanziell schien eine Weiterverpflichtung in Sommer fast schon ausgeschlossen. Schließlich stehen für die Innenverteidigung Bornauw, Czichos, Voloder und wohl Sörensen parat.

Eigentlich genug. Vier Innenverteidiger für zwei Positionen sind in der Regel ausreichend. Erst recht, wenn man mit Cestic ein weiteres IV-Talent in der Hinterhand hat.

Heute ließ Leistner durchblicken, dass er sich mit dem EffZeh grundsätzlich einig sei über seine weitere Zukunft. Das kann nur eines bedeuten: Beide Seiten wollen weiter zusammenarbeiten. Ansonsten dürfte Köln die Zukunft eines Spielers eines anderen Vereins egal sein.

Fragt sich nur, was das soll?

Entweder pokert Leistner auf einen Verbleib in Köln und bringt sich damit selbst ins Gespräch.

Oder der EffZeh will sich eine Option offenhalten, falls die Weiterbeschäftigung von Sörensen doch nicht klappt. Ein klares Bekenntnis des Dänen fehlt bisher wohl. Nach seiner bisherigen Zeit in Köln nicht ganz unverständlich. Nach dem letzten halben Jahr dürfte es zudem einen Markt für ihn geben. Optionen, bei denen er mehr als nur als Nummer 3 eingeplant ist. Damit ist er einer der gefühlt wenigen Spieler, für die man eine Ablöse verlangen kann. Für diesen Fall muss man beim EffZeh gerüstet sein. Leistner wäre ein logischer Schritt.

Oder gehen die Überlegungen noch weiter und man braucht einen Ersatz für Bornauw, der einer der ganz wenigen Leuchttürme im Kader ist? Wenn da keine Angebote eintrudeln, wäre ich stark verwundert.

Czichos ist erst aus einer ernsten Verletzung zurück gekommen. Damit steht bei ihm ein kleines Fragezeichen. Das ist in meinen Augen aber so klein, dass es keine Verpflichtung von Leistner rechtfertigt. Oder weiß man da schon mehr.

Bleibt Voloder, der durchaus gelobt und deshalb mit einem Profivertrag belohnt wurde. Eventuell traut man ihm den nächsten Schritt in der kommenden Saison noch nicht zu. Aber ihn zum IV Nummer 5 zu degradieren, wäre das falscheste Signal. Nicht nur für Voloder, sondern für die gesamte Ausrichtung.

Was bedeutet das für Toni Leistner?

In meinen Augen dürfte der EffZeh die Option Leistner nur in Betracht ziehen, wenn neben Meré (der ja auch noch auf der Lohnliste steht und abgegeben werden muss) noch einer aus dem Trio Czichos/Bornauw/Sörensen den Verein verlässt. Und nur dann.

Nur dann würde ich zudem verstehen, dass auch Bisseck keine Chance erhält. Selbst, wenn ich hinter zwei gestandenen Profis (Bornauw, Czichos) gern zwei junge Kandidaten (Voloder, Bisseck oder Cestic) sehen würde, die an die Bundesliga herangeführt werden. Das wäre dann aber wohl zu viel des Guten.

Das Thema Leistner zeigt aber gut, in welcher Lage sich der Verein aktuell befindet und was uns die nächsten Wochen so begleiten wird. Ein paar weitere Abgänge täten uns gerade echt ganz gut.

Die Tücken im Transfersommer 2020

Was haben wir an den letzten Spieltagen über den EffZeh und den Kader geflucht. Durchaus vollkommen zurecht. Da kam zu wenig. Da muss eine Blutauffrischung her. Wie auch immer die aussehen soll, wenn man kein Geld in der Tasche hat.

Die Situation hat sich kaum verändert. Wir brauchen neues Personal. Kohle ist aber keine da. Nur Verkäufe von Cordoba und Bornauw könnten das nötige Kleingeld in die Kassen spülen. Damit würden wir aber eine ganz andere Baustelle aufmachen, wenn man mit einmal den besten und zugleich torgefährlichsten Verteidiger sowie den Topstürmer abgeben würde. Da müsste schon absurd viel Geld fließen, um die beiden nicht nur gleichwertig zu ersetzen, sondern obendrein noch auf anderen Positionen nachbessern zu können (wobei die Überlegungen bei Cordoba ja durchaus mit seinem auslaufenden Vertrag zusammenhängen). Abgänge der Beiden wäre mit einem großen Risiko verbunden. Gerade in diesem Sommer. Die neuen Spieler müssen sofort einschlagen, denn Ersatz in den eigenen Reihen kommt aus dem Nachwuchs (Voloder, Lemperle) oder heißen Sörensen bzw. Modeste. Ich wünsche mir, dass die Jungen in der kommenden Saison ausreichend Spielzeit erhalten, doch Fragezeichen bleiben. Noch viel mehr bei Modeste und auch Sörensen.

In der Innenverteidigung hätte ich sogar noch weniger Bedenken und sogar gar keine, wenn man wüsste, dass Meré nochmal eine ehrliche Chance erhält und er diese zu nutzen wüsste. Wird nicht so kommen und so geht es bei der Personalie nur darum Platz im Kader zu schaffen, Gehalt zu sparen und vielleicht noch eine kleine Ablöse zu kassieren.

Aktuelle 1. FC Köln Transfers geben die Richtung vor

Die bisher getätigten Transfers zeigen schon, wohin die Reise in diesem Sommer geht. Die Hauptaufgabe besteht aktuell darin den Kader massiv auszudünnen. Bei zehn Spielern, die aus der Leihe zurück kommen, besteht gar kein Spielraum mehr neues Personal dazu zu holen.

Bartels, Kessler, Scott, Verstraete ubd Hauptmann werden nicht die letzten sein, die uns (teilweise erstmal) verlassen. Sicherlich werden weitere Spieler verliehen, da fast alle Vereine das Geld nur mit Bedacht ausgeben können.

Heldt‘s große Aufgabe ist es die bisherigen Leihspieler nochmal an andere Vereine abzugeben: Horn, Koziello und Schaub haben sicherlich einen Markt. Bei Queiros, Bisseck und Sobiech sieht das schon anders aus. Wer von diesen bleibt, dürfte bei den Profis keine Chance erhalten.

Darüber hinaus dürften auch Meré, Höger, Risse, Schindler und Terodde auf der Liste Jener stehen, denen man keine Steine in den Weg legen sollte.

Erst wenn die Hausaufgaben auf der Abgabeseite erledigt sind, dürfte der EffZeh schauen, wen man noch hinzuholen kann. Besetzt beispielsweise ein Jannes Horn wieder die LV-Position, ist es wirtschaftlich schwer zu verargumentieren auf der Position nachzubessern.

Spannend dürfte deshalb zu beobachten sein, wie es mit Ostrak und Özcan weitergeht. Neben Sörensen sind das die beiden Leihspieler, denen ich am ehesten zutraue, dass sie fest eingeplant sind und eine Rolle im Kader 2020/2021 spielen können. Neben ihrem Talent, sind auch entsprechende Planstellen frei. Gerade Ostrak fänd ich superspannend, wenn er mit Drexler um die Position auf der Zehn rangelt. Ganz chancenlos sehe ich ihn nicht. Ein Versuch wäre es wert. Wenn auch ein mutiger. Hier aber auch mit der Gewissheit, dass man Elvis ebenfalls zentral offensiv bringen könnte.

Weitere offene Positionen beim EffZeh

Was sonst: Einen echten Horn-Herausforderer im Tor hätten sich viele gewünscht, die Lage wird aber nur Raum für eine Nummer zwei lassen. Die Hoffnung ruht weiter darauf, dass Krahl oder Adamczyk mal eine Chance ergreifen und sich durchsetzen. Das hatten wir bei anderen Jugendtorhütern in der Vergangenheit aber öfter mal.

Ich bin kein Fan von Schmitz, aber als solide Alternative auf den Außenbahnen muss man aktuell mit ihm leben.

Rechtsaußen wird Thielmann mehr gefordert werden. Clemens als Mentor und Backup finde ich dabei ganz charmant.

Auf der Zehn fehlt schon jemand, der das Spiel antreibt und selber torgefährlich ist.

Das geht schon alles viel schlechter und ja, es ruhen auch Hoffnungen auf einigen jungen Spielern, die auch im kommenden Jahr Leistungsdellen haben werden. Mehr als Klassenerhalt ist deshalb 2021 wieder nicht drinnen. Selbst dafür muss vorher noch einiges an Personal den Verein verlassen. Davon hängt massiv ab, auf welchen Positionen und mit welchem Budget das benötigte frische Blut in den Kader gepumpt werden kann.

So könnte ein für mich bereinigter Kader ohne Neuzugänge Stand jetzt. aussehen:

TW
Horn, Krahl

RV
Easy, Schmitz

IV
Czichos, Bornauw, Voloder, Sörensen

LV
Katterbach

DM
Hector, Skhiri, Elvis, Özcan

RA
Thielmann, Clemens

OM
Drexler, Ostrak

LA
Jakobs, Kainz

MS
Cordoba, Modeste, Lemperle

Come on EffZeh!

Das Dilemma mit Jhon Cordoba

Die Sache scheint ganz einfach zu sein. Wenn Jhon Cordoba seinen Vertrag nicht verlängert und ein anderer Verein ein paar Millionen auf den Tisch legt, ist der Top-Torschütze im Sommer weg.

Ganz so einfach ist die Sache aber zum Glück doch nicht.

Ja, der Vertrag läuft aus und da ich davon ausgehe, dass Cordoba nicht verlängern wird, kann der Verein nur noch in diesem Sommer eine Ablöse generieren. Aus wirtschaftlicher Sicht mit reinem Blick auf den Spieler ein no-brainer. Geld muss rein, also verkaufen.

Interesse von anderen Clubs sollte nach den letzten anderthalb Jahren durchaus vorhanden sein.

Die Kehrseite sieht aber etwas anders aus. Wegen Corona werden in diesem Sommer wohl keine großen Summen fließen. Dass man für Cordoba locker über zehn Millionen einnimmt, ist deshalb fraglich. Das Geld muss im Gegenzug direkt wieder eingesetzt werden. In einen neuen Stürmer, der sofort zündet und eine gewisse Torgarantie mitbringt. Der allein dürfte bei schmalem Budget schwer zu finden sein. Zumal von den Cordoba-Einnahmen ein weiterer Spieler (mit)finanziert werden sollte.

Wenn kein passender Cordoba-Ersatz zu finden ist, sollte man am Geißbockheim lieber zwei Mal überlegen, ob man das kurzfristige Geld mitnimmt oder einem Transfer doch einen Riegel vorschiebt und Cordoba ein Jahr später ablösefrei ziehen lässt. Denn klar ist auch, dass es in der Saison 2020/2021 ebenfalls gegen den Abstieg geht. Dafür brauchen wir nicht nur eine stabile Abwehr, sondern auch ausreichend Tore. Ohne Cordoba wird die Luft allerdings schon arg dünn. Findet sich demnach trotz akzeptablem Cordoba-Angebot kein neuer Stürmer, von dem man vollends überzeugt ist, dann müssen die Kosten eines neuerlichen Abstiegs durchaus in die Bewertung mit einfließen. Ganz objektiv und sicherlich auch mit dem Verständnis, dass ein Cordoba-Verbleib keinen Klassenerhalt garantiert. Aber er verbessert zumindest die Chancen.

Also Cordoba behalten, wenn kein neuer Stürmer in Sicht ist?
Mitnichten!
Eventuell kann man in diesen Fall doch nochmal auf die Karte Modeste setzen. Kein Selbstgänger, wohl wahr. Aber in der Schlussphase der Saison hat er zumindest angedeutet, dass noch ein Torjäger-Gen in ihm schlummert. Eines, dass man eventuell wieder entfachen kann, wenn er das volle Vertrauen eines Stammspielers genießt und dabei den Atem eines jungen Talentes, wie Lemperle spürt. Einen weiteren soliden Angreifer sollte man in dem Modell trotz allem holen, aber man müsste die Cordoba-Millionen in dem Fall nicht komplett in eine 1a-Lösung investieren. Ob man Modeste die Rolle allerdings zutraut, muss ebenso objektiv in der sportlichen Führung diskutiert und bewertet werden.

Es bleibt spannend und eine Verlängerung von Cordoba beim EffZeh wäre mir die liebste Lösung. Ich sehe sie nur nicht und schaue etwas gebannt auf das, was noch kommen mag.

Blog-Stöckchen: Meine „Narbengeschichte“

Heute werfen maximal noch Hundebesitzer und Kinder Stöckchen. Früher (oha, ich bin alt geworden) war das ein beliebtes Spielzeug der Blogger. Jemand hatte eine Geschichte und warf ein Stöckchen, das man fangen konnte und seine Geschichte dazupacken konnte. 

Heute ist es mal wieder soweit und über Umwege landete dieses Narben-Stöckchen bei mir.

Meine markanteste Narbe trage ich am Hals. Ein paar Zentimeter lang. Aber die Gechichte dazu ist wenig erbaulich. Zyste, Arzt, Skalpel, fertig. 

Spannender ist da die kleine liebgewonnene Narbe über meinem rechten Auge. Diese habe ich in einem ähnlichen Zeitraum erhalten. Als kleines Kind. Ganz ohne Arzt. Dafür unter Mithilfe anderer Kinder samt fürsorglicher Nachbetreuung meines Bruders. 

Es war Winter. Damals gab es zu der Jahreszeit noch Schnee. Vor unserem Haus lag der Sportplatz, der in der entfernten Längsseite einen kleinen Abhang hatte, der zu den beiden angrenzenden Schulen führte. Im Sommer jagten wir den kleinen Abhang regelmäßig runter, wenn wir dem Ball nachjagten, der die Auslinie überschritten hatte. Im Winter waren die wenigen Meter das nahgelegende Rodelparadies. Hinter Meter breit. Aber nur wenige Meter ging es abwärts. Die Fahrt war rasant und genauso schnell wieder vorbei. Ich jagte hier also im Holzschlitten hinunter und schaute unten angekommen voller Adrenalin nach hinten zu den anderen Kindern. Eines davon hatte im direkten Windschatten die Verfolgung aufgenommen und war hinter mich hergejagt. Wie nun sein Schlitten gegen meinen Kopf knallte, entzieht sich meiner Erinnerung. Entweder hatte er Flügel bekommen oder ich hatte in meiner Wahnsinnsfahrt den Schlitten unter den Füßen, also dem Körper, sprich dem Po verloren. 

Der Rodeltag war damit vorbei. Mein Bruder brachte mich nach Hause und von dort ging es einmal mehr ins Krankenhaus. Die Narbe ist geblieben und erzählt noch heute still diese Geschichte. 

Viel Blabla nach Nullkommanichts

„Ein solcher Saisonabschluss hat aber auf keinen Fall Auswirkungen auf die nächste Saison. Wir wissen, was wir normalerweise leisten können. Nach der Corona-Pause haben wir nicht so gut performt. Wir müssen jetzt analysieren, an welchen Stellschrauben wir drehen müssen. Wir haben die Klasse gehalten, das darf aber nicht Anlass sein, mit allem zufrieden zu sein.“

(Markus Gisdol, Trainer des 1. FC Köln am 27. Juni 2020 nach der 1:6 Niederlage gegen Werder Bremen)

Soll ich kotzen oder eskalieren?
Zehn Spiele ohne Sieg mit dem krönenden Abschluss, dass man gegen den fast schon sicheren Ansteiger 6:1 auf den Sack bekommt.
Eine absolute Peinlichkeit. Nur mit Glück und einer weiterhin unerklärlichen Serie von Siege vor der Corona-Pause, spielt der EffZeh auch 2020/2021 in der Bundesliga. Verdient hat das die Mannschaft nicht.

Der Klassenerhalt und diese kleine Hochphase, in der die Mannschaft weit über Niveau gespielt hat, sorgt jetzt dafür, dass sich nichts ändert.

Ich bin ja durchaus ein Freund von Konstanz, aber Gisdol liefert keine Argumente, damit ich beruhigt in die kommende Saison gehen würde. Er hat nicht bewiesen, wie er eine Mannschaft aus einem Tief holen kann. Stattdessen beendet er das Spieljahr mit viel Blabla.

Zum Glück fällt nicht er die Entscheidung und ich hoffe, dass jemand auch die Herausforderung angeht und nicht davor zurückschreckt, nur weil es ohnehin ein finanzieller Finanzakt (durch die Niederlage gegen Bremem noch mehr) ist und der Kader enorm ausgedünnt und trotzdem verstärkt werden muss.

Aber jeder sollte gesehen haben, dass es so nicht geht. Da wird einem Angst vor der Zukunft. Also alles wie immer beim EffZeh.

Die Lage nach Union II-2019/2020

Wir waren wohl alle geblendet nach den senastionellen Vor-Corona-Wochen. Unter Markus Gisdol drehte die Mannschaft extrem auf und nach einem Katastrophen-Saisonstart schielten einzelne Personen schon Richtung Europa. Total übertrieben. Die Marschroute hieß für mich auch damals nur „Klassenerhalt“.

Nach nun sechs Nach-Corona-Spielen sind wir wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Nach nur drei Punkten können wir uns glücklich schätzen mit so einem Punktepolster in die unfreiwillige Coronapause gegangen zu sein. Ein Abstieg sollte kein Thema mehr sein. 
Mit Blick auf die kommende Saison muss man nur einmal ehrlich in den Spiegel schauen und muss sich wohl eingestehen, dass wir in den ersten Wochen unter Gisdol über Niveau agiert zu haben. Alles drumherum entspricht wohl eher der Realität.

Die Frage ist also, welche Lehren man daraus ziehen muss. Auf dem Spielermarkt wird wenig gehen. In der aktuellen Situation sorgen die Spieler auch nicht dafür ihren Marktwert zu steigern. Einzig Cordoba dürfte bei anderen Vereinen interessant sein. Bornauw auf Grund der Hinserie sicherlich auch. Ansonsten bleibt nicht viel. Der Nachwuchs als Lösung klingt verlockend, aber sollte auch nicht überbewertet werden. Nur mit Jakobs, Katterbach, Thielmann & Co. wird die kommende Saison nicht überzeugender. Aber immerhin könnte man sich mit den Jungs besser identifizieren. Keine leichte Aufgabe für Heldt & Co hier im Sommer die richtigen Antworten zu finden.

Ich will darüber hinaus sicherlich keine Trainerdiskussion lostreten und bin hier subjektiv dadurch geleitet, dass ich kein Gisdol-Fan bin, aber man sollte objektov betrachten, ob man mit ihm mittel- und langfristig Erfolg haben kann. Oder ob er in der kritischen Phase keine Lösung gefunden hat, um das Team wieder auf Spur zu bringen. Aussagen, dass die Spieler Probleme mit leeren Stadien Probleme haben, während andere Mannschaften im Keller punkten und siegen, ist für mich schon ein Armutszeugnis. 
Die nächsten Wochen werden nochmal zeigen, was Gisdol und die Spieler leisten können. Bekommen sie das Ruder eventuell nochmal rumgerissen und wie? Vor dem Leverkusen-Spiel hat Gisdol angekündigt, das Team nochmal neu auszurichten.

Mögliche Änderungen beim EffZeh

Ich bin gespannt, ob es hier um Trainingsgestaltung, personelle Änderungen oder eine Systemanpassung geht.

Auch wenn es ja oft heißt, dass die Spieler vom 4-2-3-1 überzeugt sind, würde ich sie jetzt durchaus gern im 3-5-2 oder respektive 5-3-2 sehen. Ein Fan der Dreierkette bin ich ja seit Jahren (oft in Anbetracht fehlender Außenverteidiger von Qualität). Zudem konnte Modeste zuletzt Selbstvertrauen tanken und hätte eine Startelfchance neben Cordoba verdient.

Da wir gegen Leverkusen kompakt stehen müssen, würde ich in dem Spiel mit Außen agieren, die defensiv stehen, aber gleichzeitig schnell nach vorne stoßen und gut flanken können. Zentral laufstarke Spieler, die defensiv Halt geben. Ein Uth wäre aus diesem Grund hier keine Option – ganz ohne Bashing. Die Aufstellung würde dann so aussehen:

Horn

Bornauw – Czichos – Leistner

Easy – Skhiri – Hector – Jakobs

Elvis

Cordoba – Modeste

Ob es was bringt? Ich weiß es nicht. Es wäre zumindest ein Impuls, den ich mir wünschen würde. 

Und wo wir schon bei Wünschen sind: Bitte keine gelben Karten in der Partie von Skhiri, Hector, Kainz, Jakobs und Uth. Die wären sonst allesamt gegen Frankfurt gelb gesperrt. Damit könnte ich nur leben, wenn wir gerade wegen der gelben Karten einen Sieg mitnehmen und den Klassenerhalt final sichern.