Kinderwagenkauf. Praktisch beraten. Sie entscheiden lassen

Nachdem sie die ersten Recherchen im Internet betrieben hatte, standen wir am letzten Wochenende bei Höffner, um zum ersten Mal Kinderwagen dem Livetest zu unterziehen. Der Laden meinte es gut mit mir und konfrontierte mich nur mit in etwa 30 – 40 Modellen. Also recht überschaubar.

Und doch stand ich erstmal vor der Wagenkolonne, wie die Kuh vor dem Spiegel. Ich sah nur Kinderwagen. Meistens dunkle Versionen. Während meine Frau direkt in die Reihen stürmte, ließ ich meinen Blick schweifen. Um dann erste Unterschiede zu sehen, über die ich mich erfreute. Oh, der Wagen hat nur drei Reifen. Aha, der ist natürlich viel kleiner. Schau an, hier kann das Kind nur drinnen sitzen. Erste Erfolge.

Dann beobachtete ich meine Frau, die Wagen rauszog, wippte, probefuhr und begann daran rumzuwerkeln und Knöpfe zu drücken. Bis eine durchdringende Stimme durch das Geschäft hallte: „Stop. Nicht drücken. Damit machen sie ihn kaputt. Sie müssen da oben drücken.“

Schon stand die Verkäuferin neben mir. Meine Frau hielt inne. Ich hielt die Luft an. Doch statt einer klaren Ansage, folgte das Angebote uns die Modelle vorzustellen. Ich atmete tief durch. Sie sagte: „Oh ja, gern.“ „Na klar, gern.“ Es folgten Instruktionen. Der Wagen wurde auseinander und wieder zusammen gebaut. Unterschiede wurden herausgehoben. Ich hob im Gegenzug Schalen hoch und war erstaunt über die Unterschiede beim Zusammenbau und dem Gewicht.

Schnell war mir klar. Meine Anforderungen sind praktischer Natur. Wie schwer ist das Gefährt. Wie einfach lässt es sich auseinanderbauen. Wie schmal ist es dann. Passt es in einen Kofferraum. Wie fährt es sich (Hauptsache leichtgängig). Was bekomme ich dann noch alles für Zubehör. Und ach ja, sieht es halbwegs gut aus.

Schnell hatte ich zwei geeignete Modelle gefunden und einen Favoriten. Dann stand meine Frau mit einem futuristischen Modell vor mir. Modern. Sehr modern. Die Verkäuferin mühte sich ab, diesen auseinander zu klicken. Danke, nöö, das ist nicht funktional. Doch meine Frau hauchte: „Ich hatte mich im Internet bereits in ihn verliebt.“

Zwiespalt. Hier die praktischen Vorteile. Dort die subjektiven Empfindungen. Mein Modell hatte einen Stoff, der zu sehr schimmert. Also schritten wir wieder ohne Kauf aus dem Geschäft raus. Das hätte ich eh getan, um noch im Internet zu recherchieren. Doch wir waren sogar ohne Entscheidung und Favoriten gegangen.

Aber das ist gut so. Die Frau wird die meiste Zeit mit dem Kinderwagen unterwegs sein. Er muss ihr gefallen, sie muss vorrangig damit zurecht kommen. Ich kann nur Hinweise geben, die über das bloße Gefühl hinausgehen. Das praktische Empfinden und den bloßen Nutzen. Das ist unser Job, DAD’s. Wie in so vielen Situationen rund um die Schwangerschaft: Wir sollten Interesse zeigen und unsere Meinung platzieren. Aber nicht als Diktator, sondern als Berater… und guter (Ehe)Mann.

Und wer weiß, vielleicht hört sie am Ende ja doch noch auf mich…

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