Musik totklatschen

Die Tage war ich mal wieder auf einem Konzert. Erstmalig trieb es mich zu eine Auftritt eines Castingshow-Gewinners. Doch Mrs Greenbird sind irgendwie anders. Unbeschwerter und glücklich mit dem, was sie machen. So kamen sie auch auf der Bühne rüber. Erfrischend. Herrlich. Ein wirklich tolles Konzert. Wenn da nicht die drei Lieder gewesen wären. Oder besser die Zuschauer.

Vielleicht liegt es Alter der Konzertbesucher begründet, dass hier aus traditionellen Gründen Lieder kaputt gemacht werden. Mutwillig zerstört. Weil man es nicht anders kennt oder weil man sich so ertappt und nutzlos fühlt, wenn man nur leblos im Zuschauerraum steht.

Applaus ist ein Zeichen der Zuneigung und des Lobes. Nur sollte dieser auch genau an den Stellen eingesetzt werden, an denen er Sinn macht. Am Ende eines Liedes oder des gesamten Konzertes. Diese unrhythmisch rhythmische Hände aufeinander kloppen hat während eines Gesangsstückes jedoch nichts zu suchen, es sei denn der Künstler bittet ausdrücklich darum.

Gerade bei ruhigen Stücken, die mit starker Stimme präsentiert werden gehört es zum guten Ton still zu genießen. Bei Mrs Greenbird war dies mehr als gegeben. Die fast schon schüchterne Stimme der Sängerin gepaart mit den sanften Klängen des Mannes genügten, um die Große Freiheit gänzlich auszufüllen. Ich hätte mich am liebsten auf ein Sofa drapiert und mit geschlossenen Augen genossen. Warum dann aber Zuschauer anfingen die Hände zu schwingen, blieb mir abermals ein Rätsel.

Ob ihnen nicht bewusst gewesen war, dass sie nicht bei Florian Silbereisen waren und man hier nicht versuchen musste die Musik durch lautes Klatschen zu übertönen und damit irgendwie erträglich zu machen? Ein Graus, bei dem ich mir nicht vorstellen kann, dass die wirklich guten gesanglichen Künstler das befürworten.

Applaus ja. Gern. Sehr gern sogar.
Aber an den richtigen Stellen.
Jetzt zum Beispiel!

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