Im Sinne der Mannschaft

Man kann Zvonimir Soldo vieles vorhalten, aber ihn als alleinigen Sündenbock für die schwache letzte Saison verantwortlich zu machen, ist zu einfach und nicht gerechtfertigt. Sicherlich hat er Fehler gemacht. Wer nicht im letzten Jahr? Ich habe wahrscheinlich unzählige falsche Schritte gewählt. Das ist menschlich!

Das macht einen Trainer zwar angreifbar, aber Soldo lässt sich nicht verbiegen. Er zieht seine Linie durch, weil er ein Konzept hat. Ideen, die er umsetzen möchte. Dabei ist er von seinem Spielermaterial abhängig. Das stand ihm im letzten Jahr nicht zur Verfügung.

Das steht ihm auch 2010/2011 nicht zur Verfügung!

Soldo predigt fortwährend, dass er auf ein ausgeprägtes Flügelspiel setzt. Das kann er in Köln jedoch nicht umsetzen. Allein, weil ihm das passende Personal fehlt und das nötige Kleingeld, um den Kader nach seinen Wünschen zu gestalten.

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Die Suche nach geeigneten Außenspielern gestaltete sich äußerst schwierig. Rumgekommen ist nicht, was seinem System endgültig passt. Buchtmann ist da. Und das war es dann vielleicht auch schon. Erst, wenn Chihi zurück kehrt, hätte Soldo immerhin zwei offensive Außen mit Qualität. Ehret genießt nicht sein Vertrauen. Freis ist im Sturmzentrum besser ausgehoben. Clemens, der in der bisherigen Vorbereitung auf sich aufmerksam macht, ist noch zu unerfahren. Der Rest gehört ins Zentrum. Wie Poldi.

Aus diesem Grund verabschiedet sich Soldo von seinen Visionen. Nein, er schmeißt nicht hin. Aber er stellt um. Taktisch.

Die Entscheidung scheint gefallen und wir werden in der neuen Saison (erstmal) mit einem 4-3-1-2 beginnen. Die beste und logischste Konsequenz aus dem Material, das wir vorliegen haben. In diesem System dürften die Stärken der einzelnen Spieler besser zu Geltung kommen.

Unsere Zentrale ist bärenstark.
In der Defensive (Geromel – Mohamad), im Mittelfeld (Lanig – Petit), in der Offensive (Poldolski) und im Sturmzentrum (Novakovic). Das ist unsere neue viel beschworene Achse. Um sie herum wird das Spiel aufgebaut. Mit Außenspielern wie Brecko, mit Hoffnungsträgern wie Ionita und mit Talenten wie Matucsczyk und Giannoulis.

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Das liest sich eigentlich ganz positiv. Besonders, wenn man sieht, dass Schorch und Chihi irgendwann dazu stoßen, wir gute Alternative (Mc Kenna, Pezzoni, Freis, Ehret, Ishiaku?), Jajalo und Buchtmann sich entwickeln werden und eine ganze Reihe Talente (Yabo, Basala-Mazana, Uth, Clemens) auf dem Sprung sind.

Einige Überraschungen dürfte es im Stamm geben. Besondern, wenn ich – aus der Ferne – betrachte, wie unbekümmert sich Jajalo, Uth und Clemens präsentieren.

… und besonders, weil Soldo den Verein in den Vordergrund rückt und dafür zurück steckt!

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