Reinhold Yabo und die verpasste Talentförderung beim EffZeh

Die Tage hatte ich ja bereits über den möglichen Kader für die kommende Saison geschrieben. Ich hatte einen Blick auf den Kader und mögliche Schwachstellen geworfen. Nachdem der Beitrag veröffentlicht war, blieben mir meine Worte auch weiterhin im Kopf und ich grübelte weiter. Erst recht, was denn nun mit der Entwicklung der Nachwuchsspieler ist. Die Antwort gab dann im Laufe der Woche Reinhold Yabo. Der talentierte Mittelfeldspieler wird den EffZeh zum Saisonende verlassen.

Er folgt damit Mitchell Weiser, der uns schon zu Saisonbeginn verlassen hatte. Ein weiterer bitterer Abgang eines Talents für den Verein. Aber nur auf den ersten Blick. Denn was ist der Grund für seinen Abschied? Er kam bei uns nicht auf die erhofften Einsatzzeiten. In der ersten Mannschaft kam er diese Saison gar nicht zum Zug. Bei den Amas hat er 20 Partien (5 Tore) absolviert.

Yabo gilt seit Jahren als großes deutsches Talent. Im Prinzip seit 2009, als er die deutsche U17 als Kapitän zum EM-Titel führte. Danach kam aber nur noch wenig. Außer den Lorbeeren. Selbst bei seiner Ausleihe nach Aachen konnte er sich nicht nachhaltig in den Vordergrund spielen. In dieser Saison konnte er nicht mal ansatzweise Druck auf die nicht wirklich überragenden Matuschyk, Lehmann, Jajalo und selbst Strobl ausüben. Manche könnten jetzt sagen, dass Stani ihm keine Chance gegeben haben. Das dürfte aber seine Gründe haben.

Yabo war zweifellos ein starker Jugendspieler. Das bedeutet aber nicht gleich, dass er auch bei den Profis zu prägenden Spielern wird. Er bringt viel mit. Aber vielleicht fehlt ihm der Biss oder doch das Quentchen, das man benötigt, um hochklassig zu spielen. Seine Karriere ist sicherlich noch lange nicht vorbei. Yabo ist noch jung genug, um durchzustarten. Nur nicht mehr am Geißbockheim. Weil hierfür die Klasse zu fehlen scheint.

Bei anderen Nachwuchsspielern ist ein Abschied vielleicht auch die beste Lösung

Wir waren in die Saison gestartet, um ein neues Team zu formen und junge Spieler an die Mannschaft heran zu führen. Mit Timo Horn und Jonas Hector hat das wunderbar geklappt. Hier muss man auch ehrlich eingestehen, dass das im Profifußball nicht gewöhnlich. Welche andere Mannschaft konnte in dieser Saison zwei Jugendspieler zu Stammspielern hochziehen? Eben.

Zudem befindet sich Tobias Strobl auf einem guten Weg, seinen Weg in die erste Elf zu finden. Mit Christian Clemens haben wir zudem einen weiteren jungen Mann in unseren Reihen. Und doch hatte man sich mehr erhofft. Chancen für Pritsche, Kübler, Schnellhardt, Gerhardt und Wimmer waren selten. Auch Bigalke und Royer sind ziemlich außen vor. Ishak zog im Winter bereits die Reißleine.

Dass wir all diese Spieler im Kader haben ist toll und bietet uns eine gute Perspektive. Aber nur, wenn sie geformt und gefördert werden. In dem sie spielen. Was sie aber nicht dürfen. Hier hat der Verein eine große Chance vertan. Speziell in der Hinrunde, wo es ziemlich egal gewesen wäre, wie die Jungs auftreten. Durch die Möglichkeit des Aufstiegs bestand diese Chance nicht mehr. Stani konnte wegen der wirtschaftlichen Gründe nicht das Risko eingehen (weitere) blutjunge Spieler ins kalte Wasser zu schmeißen, die dann vielleicht den Aufstieg zu vermasseln.

Bleibt die Hoffnung “nächste Saison”

Doch diese Hoffnung ist nicht da. In Liga eins, wenn wir es tatsächlich schaffen sollten dürften die jungen Wilden noch weniger Möglichkeiten erhalten sich zu beweisen. In Liga zwei ist diese Chance gleichwohl höher. Wenn wir nicht aufsteigen müssten. Drei Jahre zweite Liga werden nicht gehen. Deshalb wird (spätestens) in der kommenden Saison der Aufstieg mit aller Macht angepeilt. Keine Zeit für Experimente. Da wird der alte Stamm herhalten müssen. Plus ein paar gezielte Verstärkungen, die dann aber schon eine gewisse Qualität (und Alter?!?) mitbringen werden.

Ein Schnellhardt kann sicherlich auch im Laufe der nächsten Saison den Sprung zu den Profis schaffen. Es würde ihm aber ungleich leichter fallen, hätte man ihm schon in diesem Jahr etwas Profiluft schnuppern lassen.

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