Kein Stillstand. Die Entwicklung geht immer weiter

Wie schnell es im Fußball manchmal gehen kann. Da wird mit Stefan Maierhofer ein neuer Stürmer verpflichtet, der erstmal misstrauisch beäugt wird. Ich sah ihn klar als Option bei Rückstand. Drei Testspiele später könnte mit ihm das gesamte System kippen. Aktuell schaut es danach aus, als ob sich Holger Stanislawski vom 4-2-3-1 verabschiedet, um im 4-4-2 aufzulaufen.

Nicht ganz unverständlich. Mit 22 Toren nach 19 Spielen kann man das Team nicht als sonderlich torgefährlich einstufen. Mit den neuen Ansprüchen (Zielen? Hoffnungen?!?) brauchen wir vorne mehr Durchschlagskraft. Die scheint Maierhofer mitzubringen. Körperlich ist er erstmal ein Brett. Dass er zudem den Abschluss sucht und als Vorbereiter glänzen kann, bewies er in drei Testspielen. Er traf zwei Mal Aluminium, woraus zwei Tore entstanden. Einmal stocherte er selbst nach, dann war Maroh zur Stelle (beim heutigen 4:0 gegen Bochum).

Was man so im Ticker, auf Twitter und in der Presse liest, arbeitet er gut, ist mannschaftsdienlich, hängt sich richtig rein und kreiert damit Torchancen. Damit sind die Nachrücker jedoch noch mehr gefordert. Sie müssen da sein, wenn Maierhofer den Ball nur abtropfen lässt oder direkt weiterleitet. Das wird auch Ujah helfen, der damit mehr ausweichen kann ohne dass das Sturmzentrum verwaist. Gleichzeitig profitiert er selbst direkt von Maierhofer, der Gegenspieler bindet, die sonst Ujah auf den Schuhen gestanden hätten.

Das neue System bedeutet im Umkehrschluss, dass die Position des Zehners wegfällt. Stani wird noch von der Doppelsechs absehen, um die defensive Stabilität nicht zu gefährden. Gleichzeitig wird er die Flügel mit Flügelspielern besetzen, die auch zur Grundlinie durchgehen und Maierhofer/Ujah mit Flanken füttern sollen.

Bigalke hat damit einen noch schwereren Stand. Er dürfte noch seltener in die Mannschaft finden. Schnellhardt ist für die kreative Position in der Zentrale eine große Hoffnung. Ich hoffe, dass er durch das 4-4-2 nicht gänzlich raus ist und sich auf dem Flügel auszeichnen darf. In den Testspielen klappte das schon ganz gut. In Kombination mit Gerhardt haben wir hier im Mittelfeld tolle Perspektiven.

Für den Spielaufbau sind damit zwangsläufig die defensiven Mittelfeldspieler noch mehr gefordert. Sie müssen nicht nur nach hinten absichern und den Ball weiterleiten. Sie müssen ihn nach vorne tragen, geschickt verteilen. Strobl oder Lehmann dürften den Part des defensiver denkenden Sechsers annehmen. Offensiver dürften Jajalo oder Matuschyk ausgerichtet sein. Umso mehr hoffe ich, dass der Kroate endlich nochmal richtig aufdreht. Er bringt so viel mit. Gerade als Sechser mit Drang nach vorne. Er braucht das Spielfeld vor sich und hat hier seine besten Partien bestritten. Das muss er nun beweisen.

Aber vielleicht kommt es auch ganz anders. Es geht so schnell im Fußball. Auf einmal ist ja selbst ein Yabo eine Option als RV. Hector als LV hätte vor der Saison auch niemand gedacht. Oder McKenna als Stammspieler. Warten wir es ab.

Zum Saisonstart kann ja einiges schon wieder anders aussehen. Denn natürlich: Testspiele sind Testspiele sind Testspiele sind Testspiele…

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