Der Leidtragende

Ich hatte es ja schon ein paar mal thematisiert. Durch den Transfer von Stefan Maierhofer ändert sich beim EffZeh wahrscheinlich auch das System. Wir werden sicherlich nicht immer mit zwei Stürmern auflaufen, aber es könnte durchaus oft vorkommen. Der Leidtragende dabei ist Sascha Bigalke. Sein Status hat sich in dieser Winterpause deutlich verändert.

Noch vor wenigen Monaten war er der Hoffnungsträger im Team und wurde schon (vor den ersten Spielen im EffZeh-Dress) mit Häßler und Littbarski verglichen. Der Boulevard eben. Typisch. Viel zu voreilig und sowieso. Dabei hatte die Saison für ihn tatsächlich sensationell angefangen. Mit zwei Toren und drei Assists in sieben Spielen, die ihm direkt fünf Aufstellungen in der “Elf des Tages” beim Kicker einbrachten. In der Dritten Liga wohlgemerkt. Bei Unterhaching. Für Köln gab er ein beherztes Debüt gegen den FC St. Pauli (0:0), mit dem er sich direkt in die Herzen der Fans spielte. Bigalke war engagiert, laufstark und deutete auch technische Qualitäten sowie Zug zum Tor an. Problem: er erhielt nicht die Rückendeckung, die er verdient hatte und wahrscheinlich auch benötigt.

Bigalke kam in eine Mannschaft, in der Stanislawski selbst noch nicht wusste, auf wen er sich verlassen kann und deshalb munter rotierte. Der junge Hoffnungsträger wurde rausrotiert und sah sich schnell auf der Bank wieder. Bis zur Winterpause steuerte er in 12 Spielen (584 Minuten) noch einen Treffer und 3 Vorlagen bei. Grundsätzlich zu wenig für einen Zehner. Wenn man aber sieht, welche Hinrunde wir hinter uns haben und wie selten er spielte, durchaus in Ordnung.
Nach zwei Partien über die volle Distanz durfte Bigalke nur noch maximal 75 Minuten am Stück ran. Meist kam er jedoch spät oder wurde ausgewechselt. Stani hatte zudem im Laufe der Saison wenig Gründe sein Team, das sich langsam fand auszutauschen. Bei seinen Einwechslungen ging dem Mittelfeldspieler zudem meistens das Engagement und die Spielfreude ab, die ihn zum Start auszeichnete.

Die Winterpause hätte ein neuer Startschuss werden können. Doch in der Rückrunde wird sich wenig ändern für den durchaus talentierten Jungen. Im 4-4-2 ist die Position des Zehners aufgehoben. Auf dem Flügel sehe ich ihn nicht und in defensiver Position ist er zu zweikampfschwach und teilweise zu stürmisch. Dass wir dort ohnehin ein großes Angebot besitzen, kommt noch hinzu.

Bleibt bzw. wechselt Stanislawski auf das bekannte 4-2-3-1 steigen sicherlich die Chancen von Bigalke. Doch konnte er sich im Winter nicht so in Szene setzen, dass sich Stani genötigt sähe ihn wieder verstärkt von Beginn an zu bringen. Stattdessen hat sich mit Fabian Schnellhardt ein 19-jähriges deutsches Talent in den Vordergrund gespielt, auf den ich in Zukunft große Stücke halte. Den Jugend-Nationalspieler würde ich auf der Zehn wesentlich lieber sehen als Bigalke. Zumal Schnellhardt noch mehr über Technik und Schnelligkeit kommt, während Bigalke als Kämpfer ein ordentliches Pfund reinhaut.

Was wird also aus Bigalke?

Man wird abwarten, ob sich Bigalke im Training so reinhaut und Stani überzeugt, dass er ihn irgendwie einbaut. Es haben nur wenige Spieler eine echte Einsatzgarantie und es wurde angekündigt, dass junge Spieler noch näher an die Mannschaft heranrücken sollen. Das erhöht zwar die Konkurrenz für Bigalke, aber auch die Chance. Er dürfte beiweitem nicht abgeschrieben sein. Nur muss er seine Möglichkeiten nutzen, um “unverzichtbar” zu werden. Vielleicht findet man ja doch noch einen Platz auf dem Flügel oder auf der DM für ihn. Schwer wird es alle mal und es wäre schade, wenn Bigalke den EffZeh bereits nach einem Jahr wieder verlassen müsste. Im Moment sehe ich aber wenig Möglichkeiten, dass er ein fester und wichtiger Bestandteil unserer Mannschaft wird.

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