Ein „Plädoyer“ für Stefan Maierhofer

Nachdem es sich die letzten Tage schon angedeutet hat, hat der 1. FC Köln im Angriff einen “Tausch” vorgenommen. Chong Tese verlässt die Geißböcke, dafür kommt Stefan Maierhofer. Eine Verjüngung ist das nicht, aber sicherlich eine Verbesserung für den Kader.

Tese hatte beim EffZeh von Beginn an einen schweren Stand. Ich hatte anfangs durchaus gehofft, dass er eine Verstärkung werden wird. Bei Bochum hatte er ja mal eine ansehnliche Saison mit zehn Toren. Das war aber eine Eintagsfliege, wie sich schnell herausstellte. Er konnte sich nicht mehr dauerhaft durchsetzen. Sein Abschied war überfällig. Dass man noch ein paar Euro (300.000?!?) für ihn bekommen hat, umso besser.

Maierhofer kommt ablösefrei, nachdem er seinen Vertrag bei Red Bull Salzburg aufgelöst hatte. Vom Gehalt nehmen sie sich vielleicht nicht viel. Das kann ich aber schwer beurteilen. Im Gegensatz zu Tese hat er in Europa zumindest mehr als einmal als Torjäger überzeugt. Was nicht nur an der erhöhten Erfahrung (nicht nur durch die zwei Jahre Altersunterschied) möglich war.

Für Rapid Wien traf er 2008/2009 23 Mal ins gegnerische Tor. Mit fast lächerlichen 14 Saisontoren wurde er letzte Saison österreichischer Torschützenkönig im Salzburger Dress. Köln ist zudem seine fünfte Station in Deutschland. Für die zweite Mannschaft vom FC Bayern München traf er zehn bzw. elf Mal. In Koblenz und Fürth kam er nicht richtig zum Zug. 2010/2011 gelangen ihm für den MSV Duisburg immerhin acht Treffer.

Allesamt keine Topwerte, aber als Backup im Kölner Angriff wird es reichen. Erst recht, da er eine neue Note in den Kader bringt. Ujah, Ishak und Pritsche sind zwar nicht die kleinsten Spieler, aber mit 2,02 ist Maierhofer ein echter Brecher. Jemand, den man vorne reinstellen kann, wenn man mal wieder nicht durchkommt. Gegen oftmals defensiv eingestellte Mannschaften sicher kein schlechtes Mittel. Tese war den anderen Stürmern im Kader dann doch vergleichsweise zu ähnlich. Maierhofer dürfte deshalb vornehmlich in Schlussphasen zum Zuge kommen.

Transfermanager Jörg Jakobs: „Stefan Maierhofer passt gut in das von uns erstellte Anforderungsprofil. Er ist ein robuster und torgefährlicher Stürmer. In der vergangenen Saison wurde er mit 14 Treffern Torschützenkönig in der österreichischen Bundesliga und konnte zudem acht Tore vorbereiten. Durch seine Kopfballstärke sind wir in der Offensive variabler aufgestellt.“

Dass er Ishak und Pritsche in der Entwicklung hindert, mag ich nicht zwingend so sehen. Klar, das Trio wird sich die seltenen Einsatzzeiten teilen müssen. Ujah ist gesetzt und dürfte den Großteil der Stürmerzeiten auf sich vereinen. Dahinter rangeln die drei. Aber mit anderen Vorzeichen. Ishak und Pritsche sind gefordert, wenn das “klassische System” von Stani durchgezogen werden soll. Maierhofer, wenn man jemanden braucht, der viel mit dem Rücken zum Tor arbeitet, rackert und dann mal aus dem Strafraum abzieht. Pritsche ist zwar auch hochgewachsen (1,92) aber noch keinesfalls so kräftig, wie Maierhofer.

Zudem tut die Erfahrung der Mannschaft gut. Manchmal braucht man einfach einen routinierten Österreicher, wenn es vorne einfach nicht klappen will. Auch wenn bei Twitter einige kritische Stimmen zu hören sind. Ich finde den Transfer unter den Voraussetzungen durchaus in Ordnung. Wenn man einfach bedenkt, dass er eine Alternative ist. Eine echte Verstärkung wird nur schwer zu bekommen sein. Das gilt auch für die Innenverteidigung. Hier hoffe ich, dass sich dort vielleicht auch noch etwas tut. Gern etwas vom Schlage Maierhofer.

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