Neues aus dem Medienuniversum

Es geht voran. Oder etwa doch nicht?

Springer schiebt seinen Lesern einen Riegel vor. Kostenlose Informationen werden immer weniger. Nachdem man unter anderem schon bei Abendblatt die Nutzung eingeschränkt hatte, führt das Medienhaus auch bei der Welt eine Paywall ein. In den nächsten Monaten wird die uneingeschränkte Nutzung der Seite nur noch Zahlern vorbehalten sein. Ziel ist es die Hälfte der Einnahmen digital zu erzielen.

Wenn das mit der Paywall klappen soll, dann müssen Online hochwertige Texte her. Agenturmeldungen müssen raus, lange und gut recherchierte Beiträge müssen her. Dazu keine Klickmaschinen, sondern eher gut produzierte (Nachrichten-)Websendungen. Ob das die Welt will und schafft?

Ich werde für die Nutzung eine Nachrichtenwebseite eher nicht bezahlen. Bevor das passiert, sicher ich mir eine gute App.

Online hat sich ProSiebenSat.1 schon länger auf die Fahnen geschrieben und mit MyVideo.de keine ganz unbedeutende Videoplattform geschaffen. Auch wenn ich nicht zu den Usern zähle. Aber jetzt gehen auch sie einen gewagten Weg. Sie führen ein lineares Programm ein.

Dort, wo sich alle über die Freiheit der Onlinevideos freut und man damit hausieren geht, dass jeder sein eigener Programmchef ist und man zu der Tageszeit, die einem beliebt einschaltet, was man will, wird MyVideo.de jetzt wieder Producer und bestimmt über das Programm.

Als Ergänzung macht es sicherlich Sinn, gerade, wenn man den Sprung auf’s SmartTV mitgeht. Aber nur mit der Option seine Sendungen darüber hinaus zur eigenen Wunschzeit anzuschauen. Denn sicherlich gibt es noch genügend Seher, die ein festes Prgramm vorgesetzt bekommen wollen. Doch die jüngeren Schauer dürften immer weniger dazu zählen.

Teil der Fernsehlandschaft ist Stefan Raab immer mehr geworden. Gerade durch seine offensiven Versuche neue Sendungen zu platzieren, die doch irgendwie immer gleich waren, aber ihre Quote brachte. Raab ist ein Geschäftsmann und will nun auch in den Polittalk einsteigen. Natürlich nicht mit einer bekannten Gesprächsrunde. Würde ihm eh niemand abnehmen. Das wird Klamauk.

Und Raab geht weiter. In der Talksho sitzen sich Berufspolitiker, Prominente und Bürger gegenüber, um zu aktuellen Themen zu diskutieren. Sie alle reden nicht nur ums Thema, sondern um die “Siegprämie”. 100.000 Euro erhält der Gast, der die meisten Stimmen der Zuschauer auf sich vereint.

Womit klar ist, dass es nicht um Inhalte geht, sondern möglichst unterhaltsam rüberzukommen und platte Sprüche zu platzieren. Mit Politik wieder modern machen hat das wenig zu tun.

Die deutsche Medienlandschaft wird nicht zwingend besser…

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.