Das Schlechteste und der Abstieg naht

Erstmal vorweg. Respekt Union! Ein wirklich toller Verein in einem schönen Stadion und mit unglaublichen Fans. Nicht nur die von uns gegenüberliegende Tribüne hat supportet, sondern auch die Gegengerade und am Ende auch die Fans, die rechts vom Gästeblock saßen. In dem kleinen Stadion wirkt das dann gleich doppelt. Es war echt gelungen. Auch wenn es nach Spielende schon recht ungewöhnlich war, dass man sich vor der Tanke anstellen musste und dann in 5er bis Zehnergruppen den Laden betreten durfte, um sich Bier zu kaufen.

Union war vom Drumherum eine Reise wert. Ich werde wiederkommen. Der Spielbeobachter hat alles richtig gemacht mit seiner Zweitliebe.

Sportlich war es leider nicht so schön. Es war insgesamt die wohl schlechtes Partie der Saison. War ja klar, war ja mein erstes Livespiel diese Saison. Dabei hatte es doch so perfekt begonnen. Die arg frühe Führung (natürlich ein Elfer, was sonst). Das hätte Sicherheit geben sollen. Aber so richtig befreiend wirkte der Treffer nicht, auch wenn es anfangs gut aussah. Doch dann kamen die Hausherren immer besser auf, wurden stärker, hatten (gefühlt, ich hab keine Statistiken angeschaut) mehr Ballbesitz, kreierten Chancen und trafen. Danke freundlicher Mithilfe des EffZeh. Also von Miso. Was wollte er da? Einen Kopfballrückpass im Strafraum, wo gerade tausend Berliner sich rumtummeln? Dämlich. Das darf einem erfahrenen Spieler und dem Kapitän nicht passieren. Passte aber zum Bild.

Da konnte dann Timo Horn auch nichts mehr bewirken. Nachdem er zuvor weltklasse pariert hatte und später auch eine starke Partie spielte. Der Junge wird immer besser. Nur an seinen Abschlägen soll er noch üben. Die kommen ja selten direkt zum Mann. Zu unpräzise. Dann bitte – soweit möglich – lieber flach wegpassen und im Ballbesitz bleiben. Hätte am Freitag wohl aber auch nichts gebracht. Der Ball war so dermaßen schnell wieder weg. Kaum ein Pass über vier Meter, der mal ankam.

Was war da los Jungs?

WAS WAR DA LOS? Am Montag sah man noch Kampf, Willen und Leidenschaft. Gegen Union gab es selbst nach dem Rückstand kein Aufbäumen. Stattdessen wurde der Ball lieblos umher gepasst (um die Ballbesitzquote wieder nach oben zu schrauben). Es schien, als wollte man die knappe Niederlage vermeiden. Kaum ein Ball wurde mal steil gespielt. Es traute sich niemand auch mal vom Strafraum abzuziehen. Immer dieses “ein Pass geht noch” und dann war ein Berliner dazwischen. Ganz schwach. Der Willen muss zurück kehren!

Bei Ujah habe ich leider die Befürchtung, dass er nicht der Torjäger wird, den wir uns erhoffen. Er ackert viel, keine Frage. Er schirmt den Ball teilweise echt gut ab. Er nimmt die hohen Bälle mit dem Rücken zum Tor gut an. Und da ist das Problem. Er hat das Gehäuse viel zu selten im Blick. Geht nur selten steil, bietet sich ganz vorne zu selten an. Wird natürlich auch nicht eingesetzt. Aber selbst wenn er den Ball in ansprechender Position bekommt, passt er quer oder zurück. Ich erwarte von einem Stürmer was anderes. Sein Schussversuch in der Nachspielzeit. Geschenkt!

Gut gefallen hat mir neben Horn der engagierte Bigalke, der ansatzweise – wenn auch viel zu selten – mal versucht hat Aktionen in der Offensive zu kreieren. Aber jetzt schon alle Last auf ihm abzuladen wäre falsch. Er braucht Unterstützung. Aber er kann die zentrale Figur in unserem Spiel werden. Und immer mehr schließe ich Jonas Hector ins Herz. Der hat in seinen jungen Jahren schon jetzt eine Präsenz auf dem Platz. Einsatz und Stellungsspiel stimmen hier. Gute Mischung aus dazwischengehen und zustellen. Meine nächsten Trikots würden die Namen der beiden tragen!

Was die anderen so schreiben

Es gibt keine Alternative! Die anderen Wege sind wir oft genug gegangen und haben gesehen, was daraus geworden ist. Nach nur einem richtig schlechten Spiel wieder alles in Frage zu stellen gibt es vermutlich auch nur in Hamburg oder eben Köln. Immer noch gerne ein bisschen größenwahnsinnig und immer gerne einen Schritt neben der Realität vorbei.

Zu wenig Kampf, zu wenig Biss, zu wenig Einsatz, zu wenig Laufbereithschaft. Und das obwohl man vorher wusste, was einen in der alten Försterei erwartet. Stani ist resigniert, enttäuscht von seinen Spielern. Und das zurecht. Und ich denke die Spieler wissen das, jeder einzelne, nicht zuletzt Miso Brecko, der sich bisher immer vorbildlich verhalten hat, immer mit Einsatz bei der Sache war.

Wie der FC es in der Folge schaffen sollte, die Führung und schliesslich das gesamte Spiel gegen die arg unterlegenen Gastgeber herzuschenken…ein Rätsel, bzw. eine echte Kölner Spezialität.

Und wie geht’s nun weiter?
Gegen Frankfurt müssen wir wieder zu unserem Einsatz und der Leidenschaft finden. Nicht nur Ballbesitz erpassen, sondern nach vorne gehen. Feuern aus allen Lagen und das Tor erzwingen. Es ist möglich. Es kommt. Aber gegen den FSV wird es nicht leichter. Und je länger wir auf den erhofften Sieg warten, desto schwieriger wird es für die Truppe.

Jetzt aber schon den Teufel dritte Liga an die Wand malen oder eine Trainerdiskussion entfachen ist einfach nur dämlich. Weiter für den Verein. Wir verzeihen auch schlechte Spiele unserer Mannschaft.

Auf und Ab, doch wir sind trotzdem hier,
FC Köln mein Lebenselexier!
Rot und weiß wir werden zu dir stehn,
Traditionen werden nie vergehn!

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