Nach Hoffenheim-Gedanken

Alter Gestalter. Fast das komplette Wochenende lief gegen uns. Alle Kellerkinder haben fleißig gepunktet und fröhlich aufgeschlossen, ehe der EffZeh den Spieltag abschloss. Ich hatte das aktuell gewohnte mulmige Gefühl. Konnte ja nur schief gehen. Was in der ersten Hälfte auch bestätigt wurde. Nichts zu sehen von einem Aufbäumen. Alles wie immer. Tief stehen, abwarten, Fehler machen und komplett verunsichert sein.

In der Halbzeit konnte ich nicht mehr.
Mir schwante Böses.
“Seelisch unterstützt” von meiner Freundin kapselte ich mich von der Außenwelt ab und führte mir ganz oldschool einige Zeitschriften und die FAS zu.

Hat ja irgendwie geholfen.
Irgendwann vor acht lugte ich mal aufs Handy und erfreute mich an einem Punkt.

Dass ich keine Wiederauferstehung der Geißböcke verpasste habe, war klar. Aber egal, immerhin ein Punkt nach so einem Wochenende.

Solbakken hatte zur Halbzeit ein wenig umgestellt. Wie von mir geraten. Tese hat dann zwar nichts gerissen, aber vielleicht war es für die Spieler ja ein kleiner Weckruf, dass auch mal was riskiert werden darf. Es war noch weit weg von gutem Fußball, aber der Willen ist ein wenig zurück gekehrt. Das Tor kann etwas Selbstvertrauen zurück geholt haben. Vielleicht. In Köln weiß man ja nie.

Wir sind zwischen Hoffen und Bangen.

“Es war so schlecht, so unverschämt, so hilflos, so unispiriert und so unklug gespielt, dass es mir schwer fällt dem Punkt irgendetwas – neben dem Tabellenmeilenstein natürlich – positives abzugewinnen.”

“Erkämpft war er aber allemal. Und dazu hat es gereicht zwanzig Minuten an sich zu glauben. Warum das nicht ab der ersten Minute möglich war steht in den Sternen.”

Nächsten Samstag könnte eine Vorentscheidung fallen. Ich habe zu einem Kumpel am Montag bereits gesagt: “Wer hier verliert, muss in die Relegation.”
Übermütig, vielleicht. Realistisch, bestimmt.
Zwar ist die Saison noch lang, aber dieses Spiel kann einen ins Tal der Tränen stürzen oder neuen Mut zu Tage tragen.
Hertha und Köln sind aktuell auf Augenhöhe. Beide unterirdisch und ohne Selbstvertrauen. Beide am Wochenende mit einem wichtigen Tor. In Berlin wohl sogar noch mehr eine Erlösung, als beim FC.
Das wird eine enge Kiste und ich erwarte, dass sich die Mannschaft den Arsch aufreißt. Und Solbakken von Anfang an mehr riskiert. Mit zwei echten Stürmern. Wobei mir Ishak neben Poldi lieber wäre, als Tese.

Ach ja, und wenn noch mal irgendeiner schwätzt, dass in dieser Saison ja drei Mannschaften schlechter sind als der 1. FC Köln, dem empfehle ich einen Blick auf die aktuelle Rückrundentabellle.

Gefühlt stehen wir hier sogar zwei Plätze zu hoch.

Und wer hätte das gedacht. Ich schaue 2012 etwas neidisch gen Freiburg und Augsburg, wo man der Mannschaft immerhin den Willen (und teilweise sogar Freude) ansehen kann. Aber das geht vielleicht nur in der Provinz?!

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