(Guter) Journalismus wird bezahlt

Das Geschrei war groß, als Richard Gutjahr sich vor einigen Wochen auf eigene Faust nach Kairo aufmachte, um von dort live und direkt zu berichten. Nicht im Auftrag eines Mediums, sondern aus rein journalistischen Antrieben. Auf seinem Blog berichtete er tagelang von den Protesten in Ägypten und lieferte ein ungekünseltes Bild aus der Hauptstadt.

Eine Vielzahl fand die Aktion mutig und unterstützte den Journalisten. In Form von Kommentaren, Verlinkungen und Klicks. Auf seinen Flattr- und paypal-Button. Andere hingegen warfen ihm reine Selbstinszinierung vor.

Natürlich möchte ich sagen.

Als freier Journalist muss er sich als Marke aufbauen. Er darf nichts unversucht lassen, um auf sich aufmerksam zu machen. Mit seiner Kairoaktion hat er es nachhaltig geschafft. Vor Ort hat er einige Aufträge an Land ziehen können.

Um die Kosten in Höhe von 5.000 Euro zu decken hätte das jedoch nicht ausgereicht. Doch Gutjahr bewies, dass Kostenloskultur im Netz nicht bedeutet, dass nicht doch Geld fließen kann. Seine Leser haben eindeutig bewiesen, dass guter und wichtiger Journalismus durchaus belohnt wird.

Denn Gutjahr hat seine Abrechnung für den Trip veröffentlicht. Beeindruckende Zahlen kommen da zu Tage. Während durch Honorare circa 1.260,- Euro zusammen kamen, konnte er sich über mehr als 4.000 Euro an Spenden freuen. Per paypal und flattr bedankten sich seine Leser für seine Arbeit.

Eine Arbeit, die nicht gerade ungefährlich war, aber ebenso wichtig und einfach urjournalistisch. Ich ziehe noch immer meinen Hut vor seinem Mut und seiner Art, wie er von den Protesten berichtet hat. Ich verneige mich aber ebenso vor all den Unterstützern, die die Aktion nicht zu einem wahrhaftigen finanziellen Desaster haben werden lassen.

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