Warum wir Salger gnadenlos vertrauen müssen

In der Saisonvorbereitung zauberte Zvonimir Soldo einen neuen Linksverteidiger aus dem Hut. Nicht Giannoulis, der neu geholt wurde, aber im Moment gänzlich weg vom Fenster ist, sondern Stephan Salger. Der 20-jährige war bisher für unsere U23 aktiv und durfte mal ein wenig Profiluft schnuppern.

Das tat der Bursche dermaßen gut, dass er in der Vorbereitung nicht nur seine Einsätze bekam, sondern sich nachdrücklich für die Stammelf empfahl. Bei den Vorbereitungsspielen absolvierte er nach Mohamad und McKenna die drittmeisten Minuten aller Abwehrspieler. Salger war mit einmal nicht nur da, sondern mittendrin.

Völlig nachvollziehbar, dass ihm Soldo auch in der Liga das Vertrauen schenkte. Um ihn aber schon nach 1,5 Spielen wieder fallen zu lassen. Nach schwierigem Start im Profifußball war es für Salger erstmal wieder vorbei. Dabei enttäuschte er nicht mehr, als seine Nebenspieler, war aber nunmal der Unerfahrenste. Der ideale Spieler also, den man dann draußen lassen kann.

  • Dass dadurch die komplette Vorbereitung über den Haufen geworfen wurde. Egal!
  • Dass dadurch das Problem hinten links noch größer wurde. Egal!
  • Dass dadurch das Talent erstmal zum Stillstand kam. Egal!

Salger schaute seitdem nur noch zu und musste mit ansehen, wie weder Brecko noch Andrezinho überzeugten. Er sah, wie sich Ehret auf ungewohnter Position schwer tat. Ohne jedoch eine erneute Chance zu erhalten.

Erst als sein alter Trainer, Frank Schaefer das Ruder an sich riss, durfte auch Salger wieder ran. Schaefer wird schon wissen, warum er dem jungen Verteidiger das Vertrauen schenkt. Er hat gesehen, wie sich Salger in den letzten Jahren entwickelt hat. Vor allem aber sieht er aber auch, welche Alternativen er zu Salger hat.

Keine, die besser sind!

Salger hat Talent

Deshalb setzt er auf den Jungspund, der sich nun freischwimmen darf.
Seine ersten drei Spiele seit der Ernennung von Schaefer zum Profitrainer konnte er noch nicht wirklich zur Eigenwerbung nutzen. Aber mittlerweile kann er das Vertrauen seines Trainers genießen. Eines Mannes, der weiß, wie er mit jungen Talenten umgehen muss. Es würde verwundern, wenn Salger unter Schaefer so schnell wieder von draußen zuschauen müsste.

Der Junge hat Talent. Er hat schon jetzt Ansätze gezeigt, die hoffnungsvoll stimmen. Er ist aber halt kein Überflieger, der von null auf hundert aus dem Nichts kommt und alle überrennt. Salger braucht Spielpraxis. Er muss sich an das höhere Tempo und die gestiegene Qualität seiner Gegenspieler gewöhnen. Er muss sich zurechtfinden, stabilisieren, um dann zur unverzichtbaren Größe zu werden.

Dafür braucht er aber Rückendeckung. Von Trainer, vom Verein und von den Fans!
Er muss auch Fehler machen dürfen. Halt nur nicht zwei Mal oder immer wieder. So wirkt der Junge aber auch nicht auf mich.

Eher sehe ich in ihm einen entwicklungsfähigen Mann, der endlich die Lücke hinten links schließen kann. Dass ich nicht der Einzige in dieser Annahme bin, beweist die Nominierung zur U21 für das nächste Spiel gegen England.

Außerdem: Was bleibt uns auch anderes übrig?
Wir sind nicht die Einzigen, die auf dieser Position zu kämpfen haben. Gute Linksverteidiger sind rar gesät. Wir werden im Winter nicht der einzige Klub sein, der einen Linksverteidiger sucht, der Bundesliganiveau hat.

Gegen so finanzkräftige Konkurrenz, wie aus Bremen werden wir uns nicht behaupten können.

Deshalb lieber auf die eigene Jugend setzen. Vertrauen! Es wird schon schief gehen. Aber lieber mit Typen, wie Salger, als mit Leuten, wie Womé.

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