Schottische Rekordschützen

Zack Zack, während sich deutsche Fußballer den Wanst vollgeschlagen haben und nun langsam wieder anfangen sich zu bewegen oder gar ein wenig in der Halle dem Ball hinterher zu rennen, wird auf der Insel eiskalt durchgespielt. War immer so und wird auch hoffentlich immer so bleiben. Somit bleiben sie ähnliche Heroen, wie die Footballer jenseits des Großen Teiches.

Dass es sich beim Weihnachts- und Silvestergekicke nicht um irgendeine Spaßveranstaltung handelt, sondern um ehrlichen Sport, beweisen die Kicker aus der Premier League Jahr für Jahr. Irgendwo habe ich mal gehört oder gelesen, dass bei diesen Partien die meisten roten Karten gezückt werden und allgemein mit reichlich Toren zu rechnen ist. Böse Zungen mögen behaupten, Zweitgenanntes könnte mit erhöhtem Akoholkonsum der Torleute zusammen hängen. Doch da englische Mitbürger traditionelle gute Tresensportler sind, fällt das erstmal weg. So viel können die gar nicht schütten. Aber egal, da wollte ich gar nicht hin.

Denn eigentlich wollte ich noch weiter in den Norden.
Nach Schottland.
Die Highlander schwingen dieser Tage auch ihre Waffen und schießen aus allen Kanonen.

Schenken sich auch an Feiertagen nichts © flickr.com / www.a-middletonphotography.com
Schenken sich auch an Feiertagen nichts © flickr.com / www.a-middletonphotography.com

Auch dort werden Gegner in Grund und Boden geschossen und nebenbei noch Rekorde eingefahren.
Beim Spiel der Glasgow Rangers gegen Dundee United stand Kris Boyd im Mittelpunkt. Bis dato mir völlig unbekannt, schoss er sich direkt in die Geschichtsbücher und in mein Blickfeld. Beim 7:1 netzte er glatte fünf Mal ein. Damit schob sich der Nationalspieler an die Spitze der ewigen Torjägerliste. Der 26-jährige hat nun schon 160 Mal in der Premier League getroffen. So oft, wie kein anderer Spieler vor ihm. Der bis dahin führende hatte 158 Buden erzielt und trägt den ehrfürchtigen Namen: Henrik Larsson.

Boyd hat seine Klasse derweil in den letzten Jahren schon länger angedeutet. Seit der Saison 2004/2005 ließt sich seine Torausbeute wie folgt: 17 (damals noch für Kilmarnock) – 32 – 20 – 14 – 27. In dieser Saison hat er schon 19 Treffer erzielt. In 18 Partien. Respekt und Glückwunsch!

Ganz so weit ist Anthony Stokes noch nicht.
Der Jungstürmer ist mir noch gut in Erinnerung geblieben. Als ich vor drei Jahren mit Spielfeldrand begonnen hatte und damals noch ein ePaper erstellt habe, war Stokes ein stetiger Begleiter. Ich hatte ihn im Fokus und jedem Heft. Ein aufstrebendes Talent, dessen Karriere zuletzt etwas ins Stocken geraten ist. Von Arsenal ging es nach Falkirk, Sunderland, Sheffield, Crystal Palace und schlussendlich zu Hibernian Edinburgh. Dort verdient der erst 21-jährige sein Geld und macht nun wieder mehr auf sich aufmerksam. Acht Tore hat er in der aktuellen Saison schon erzielt. Schottland scheint ihm zu liegen. Für Falkirk gelangen ihm 2006/2007 vierzehn Treffer in sechszehn Begegnungen. Danach schien sein weiterer Karriereweg geebnet zu sein und kam doch ins Stocken, weil er in der englischen Premiere League noch nicht weit genug schien.

Im schottischen Edinburgh hat er seinen Torinstinkt wieder gefunden. Seit Kurzem dürfte er auch wieder in Notizbüchern von einigen englischen Vereinen auftauche. Gegen die Glasgow Rangers erzielt er schon nach zwölf Sekunden die 1:0-Führung. Es war das schnellste Tor der schottischen Historie und sicherlich auch in England eine Schlagzeile wert.

Das letzte von drei Länderspielen für Irland liegt nun schon zweieinhalb Jahre zurück. Stokes erarbeitet sich aber gerade die Chance, einen neuen Versuch starten zu dürfen.

Das kleine Irland sollte sich das Talent nicht entgehen lassen, in England wäre ein weiterer guter Ausländer derweil keine Neuigkeit, nachdem im Aufeinandertreffen von Portsmouth und Arsenal nicht ein Engländer auf dem Rasen stand…

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