Wer keine Ahnung hat sollte nicht schreiben

… oder zumindest besser recherchieren.

Verlage haben es nicht leicht in diesen Zeiten. Anzeigenumsätze brechen ein, Leserzahlen schwinden. Um die Not wenigstens ein wenig in Grenzen zu halten, müssen die Redaktionen Schritt halten mit der sich verändernden Medienlandschaft. Redakteure müssen sich auf neue Kommunikationsmöglichkeiten einstellen und mit ihren Themen den Nerv der Leser treffen.

Nur versteht nicht jeder die neuen Möglichkeiten und schockierender Weise nicht einmal die Begrifflichkeiten der neuen Medien.

Das schreibt die Hamburger Mopo über einen Flashmob in ihrer Hansestadt. Halbnackte rannten dort durch die U-Bahn-Stationen, wie die Fotos beweisen. Was der Redakteur dabei jedoch nicht bedacht hat, dass es sich hier um eine Aktion für die Hamburger Shopping Days handelt. Also vom Veranstalter inszeniert und glaubt man den Worten der Mopo zudem spontan. Ein Klick zu Wikipedia hätte dabei genügt, um das Wort Flashmob gänzlich aus diesem Artikel zu nehmen, sondern ihn einfach durch „Werbeaktion“ zu ersetzen.

Viel fahrlässiger sind aber die Kollegen der GQ. Gerade bei einem Lifestyle-Magazin sollte man gute und fundierte Information erwarten, aber web2.0 ist hier noch nicht angekommen. Mit einer eigentlich guten Ideen wollten sie ihren männlichen Lesern nahe bringen, wen sie bei Twitter unbedingt folgen müssen. Doch stattdessen blamieren sie sich bei all jenen, die sich zumindest ein wenig mit dem Twitter-Sprachgebrauch auskennen. Denn konsequenterweise werden Megan Fox, Slash, Calmund & Co. als Tweets vorgestellt.

Sorry, Leute, aber so verliert ihr eher mehr Leser, als das ihr neue gewinnt, dabei wäre die korrekte Ausdrucksweise so einfach zu recherchieren gewesen.

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