Mut zum Abkassieren

Es ist mal wieder eine Woche der Zukunft. Verleger schauen gespannt aufgeregt in die kommenden Monate. Sie wollen die Welt verändern und gehen damit das Risiko ein, auf das falsche Pferd zu setzen und deshalb zu scheitern.

Angeheizt, dass die Meldung, dass nur fünf Prozent der Online-Leser von Printtiteln überzeugt werden müssen, für Qualität im Netz zu halten, um richtigen Gewinn abzuschöpfen, krochen sie alle aus ihren Löchern.

Paid Content ist wieder in.
Wenn nichts hilft, dann zumindest die Geldbörse des kleinen Mannes.
Zum einen verständlich. Irgendwie muss es Verlagen gelingen endlich auch im Internet Gewinne zu erwirtschaften. Ewig wird man Nachrichten nicht kostenlos an den Leser bringen können. Gut, dass mittlerweile – aus der Hoffnungslosigkeit geboren – der Mut aufkommt, auch mal etwas zu wagen und die neuen Finanzierungsmodelle in Angriff zu nehmen.

Angenehm dabei zu beobachten, dass verschiedene Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Es ist nicht das eine heilbringende Modell, das alle loben und nachmachen, sondern es gibt unterschiedliche Ansatzpunkte, die alle klappen könnten.

Ich sehe dabei iPhone-Applikationen in naher Zukunft erfolgversprechender, als ein eMag. Die Idee, eine Zeitung nur noch am Wochenende zu drucken und ansonsten online zu verbreiten, sehe ich dagegen mehr als skeptisch. Überzeugte Zeitungsleser greifen auch in der Woche zum Papier. Selbst, wenn es eine aussterbende Gattung ist. Aber wer überlegt sich von seinem Printtitel zu verabschieden, der kann die Zeitung gleich komplett einstampfen oder aber einfach nur hochwertige Inhalte produzieren.

Zögerlich, weil vorsichtig, dafür aber nicht ganz dumm die Idee der MediaNews Group 56 Zeitungs-Webseiten kostenpflichtig zu machen, um die Wirkung zu testen, um dann auch die prominenten Seiten aus dem Portfolio mit dem neuen Modell zu bestücken. Oder eben nicht.

Dabei bin ich aber noch immer der Meinung, dass nur die richtige Mischung Erfolg bringen wird. Ein cleverer Mix aus Paid Content und kostenloser Grundinformation.

Zudem wird Paid Content nur dann funktionieren, wenn alle (großen) Verlage an einem Strang ziehen, sonst wird der „Außenseiter“ schnell zum großen Gewinner.

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