Hannover der IV-Krösus

Im Montags-Kicker fand sich ein interessanter Beitrag zu den Defensivproblemen bei Hannover 96.

Als Grund für die löchrigste Abwehr der Liga (insgesamt 50 Gegentreffer) wird die ständige Umstellung der Innenverteidigung angegeben. Bis zum 24. Spieltag musste Dieter Hecking insgesamt acht verschiedene Verteidigerpaare von Beginn an aufbieten. Am Samstag in Hoffenheim folgt wohl Duo Nummer neun.

Grund genug für Spielfeldrand – Das Magazin die Situation der anderen Teams zu durchleuchten.
Ich habe mir alle Partien angeschaut und fleißig die Innenverteidiger-Paare rausgeschrieben. Als Grundlage diente mit hierbei die Übersicht auf kicker.de. Schwierig wurde es nur selten – nämlich dann, wenn eine Mannschaft ausnahmsweise mit Dreierkette operierte. Was allerdings nur noch äußerst selten der Fall ist. Verfälsct wurde das Ergebnis dadurch aber aus meiner Sicht nicht.

Das Ergebnis: Hannover ist tatsächlich der Krösus.
Acht Innenverteidiger-Duos von Anfang an musste bisher noch keine einzige Bundesligamannschaft zusammenstellen. Ein trauriger Rekord.
Gefolgt werden die Niedersachen in dieser Statistik jedoch durch ein Trio, dass auch schon sieben verschiedene Pärchen finden musste: Arminia Bielefeld, Werder Bremen und VfB Stuttgart.

Am Glücklichsten zeigen sich die Teams aus Köln, Wolfsburg und Dortmund.
Die boten bis zum 24. Spieltag erst 3 verschiedene Pärchen auf. Rekord!

Allen voran der 1. FC Köln zeichnet sich durch Konstanz in der Innenverteidigung aus.
In der Hinrunde musste Christoph Daum nicht ein Mal umstellen. 17 Spiele am Stück bestritten nur Mohamad und Geromel Seite an Seite.

Die Geißböcke sind es auch, die bisher die wenigsten Innenverteidiger überhaupt von Anpfiff an auf den Rasen schickten. Lediglich drei. Neben Mohamad und Geromel musste nur noch McKenna aushelfen.
In der Regel greifen Bundesligatrainer auf vier bzw. fünf Innenverteidiger zurück.

Ausnahme natürlich Hannover 96, wo in dieser Saison schon sechs Innenverteidiger von Beginn an auf dem Platz standen.
Das können ansonsten nur noch Karlsruhe und Gladbach von sich behaupten.

So bitter die Statistik gegen Hannover spricht, ganz von allen Qualitätsfragen kann man 96 jedoch nicht freisprechen.
Natürlich kassierten Wolfsburg und Dortmund mit nur drei eingesetzten Innenverteidiger-Paaren mit 31 Gegentreffern die zweitwenigsten der Liga (hinter Schalke mit 25 Gegentoren). Köln rangiert mit 35 Gegentreffern in der Statistik nur auf Platz 10 und Bielefeld (33) sowie Bremen (34) rangieren mit sieben Verteidigerduos auch in der oberen Tabellenhälfte der Gegentorstatistik.

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