Die Zukunft des Journalismus

„Das Wichtigste für den Journalismus wird sein, dass es auch in Zukunft immer noch genug Häuser gibt, die ihren Autoren und Redakteuren genug Zeit und genug Geld für ihre Recherchen und die Arbeit am Text geben und damit insgesamt auch weiterhin die Art von Journalismus, über den wir sprechen, ermöglichen.“
So stand es vor einiger Zeit in einem Interview zur Zukunft des Journalismus. Ich mag mich dem nur anschließen und zustimmen.

Auch wenn ich mit der professionell schreibenden Zunft nichts (mehr) zu tun habe und auch nicht mehr direkt damit im Arbeitsalltag konfrontiert werde, ist mir guter Journalismus wichtig. Leider wird die Arbeit, der Wert und die Wichtigkeit der Tätigkeit zu oft unterschätzt. 

Für das bloße kopieren von Pressetexten benötigen wir sicherlich keine ausgebildeten Journalisten (auf Medienseite). Für Recherchen, Einschätzungen und ansprechend ausformulierte Texte – und zunehmend Bewegtbilder und Hörfunkstücke – ist diese Spezies einfach unerlässlich. Ohne sie verlieren wir die immens wichtige Nachrichtenversorgung.

Ich hoffe, das wird in den großen Verlagshäusern auch so gesehen. Wenn man jedoch immer wieder von Redaktionsfusionen und Auflösungen sowie Entlassungswellen liest, könnte einen schlecht werden.

Im nächsten – bereits aktuellen – Schritt rollt Roboterjournalismus durch die Webseiten. Anhand von Daten automatisiert generierte Texte sowie von einem Algorithmus vertonte Bilderserien, die als Newsvideos präsentiert werden.

Ich finde es dabei sogar sinnvoll, wenn auf effektive Art reine informative Faktentexte generiert werden. Wenn das nicht zulasten von Redaktionsstellem geht. Die Möglichkeiten der Automatisierung sollten – nicht im Journalismus und nicht in der Digitalwerbung – zur Entschlackung von Teams genutzt werden. Stattdessen sollten dadurch Freiräume geschaffen werden. Für Recherchen, aufwendige Multimediageschichten, Meinungsbeiträge, Analysen und mehr.

Die Hoffnung besteht. Der Glaube ist jedoch angeknackst.

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