Umbruch. Nur nicht mit der Jugend?

Saison vorbei. Stani, aber vor allem Ujah und sicherlich auch Clemens mit einem 3:0 verabschiedet. Souveräner Auftritt. Hätten Clemens und Hector, zwei der besten Spieler der Saison (neben Horn und mit Abstrichen auch Ujah) über links nicht so viel Druck erzeugt und dann später Bruno nicht sein Premierentor erzielt, hätten wir das Ding aber auch wieder vergeigen können. Weil die Angriffe wie so oft nicht konsequent zu Ende gespielt wurde, man bis auf die beiden Lattentreffer von Clemens kaum zwingende Chancen kreierte und Ingolstadt durchaus gefährliche Nadelstiche setze. Kessler, der völlig verdient spielen durfte bewies, dass er ein sicherer Rückhalt ist, der eigentlich mehr als nur Ersatzbank verdient hat. Umso besser, dass er so loyal ist und ihm der Klub so wichtig zu sein scheint, dass er sich mit dem Platz hinter Horn begnügt.

Die nächsten Wochen werden durchzogen durch Personalentscheidungen und Gerüchte.
Erstmal und allen voran, wenn es um die Personalie Cheftrainer geht. Erste Namen geistern durch die Gazetten. Mike Büskens gilt als Kandidat. Ein guter, wie ich finde. Ein Mann, der loyal ist und den vorgegebenen Weg vom EffZeh mittragen könnte. Alles, nur kein abgehalfteter Coach oder ein Haudrauf, wie Matthäus und Effenberg. Selbst mit einem Mehmet Scholl könnte ich mich nur schwer anfreunden. Ich wünsche mir einen ehrlichen Arbeiter.

Und eine klare Linie vom Verein.
Ein System, das von der Jugend bis zu den Profis praktiziert wird. Ein Konzept, dem sich der Trainer unterordnen muss. Der Trainer als Angestellter und nicht als Person, die die Richtung vorgibt. Dann haben wir nämlich in zwei oder drei Jahren das Problem wieder neue Spielertypen integrieren zu müssen und auf Altlasten zu sitzen.

Deshalb muss der Klub jetzt die Weichen stellen und sich überlegen, was er will.
Wirklich einen Neuanfang mit neuen Spielern oder den Aufstieg erzwingen.

Wenn man den Klub beobachtet, spricht wohl vieles für Punkt zwei.

Der 1. FC Köln muss aufsteigen. Ohne wenn und aber. Man muss wieder hoch in die Bundesliga, um nicht komplett im Niemandsland zu verschwinden. Deshalb werden “gestandene Spieler” kommen. Wir haben im Winter über die Verpflichtung von Stefan Maierhofer den Kopf geschüttelt. Daran müssen wir uns wohl gewöhnen. Andreas Ivanschitz soll ein Thema am Geißbockheim sein. Sicherlich ein guter Spieler. Wenn er sich auf die zweite Liga einstellt, ein Gewinn. Dass das aber nicht so sein muss, beweist aktuell Mato Jajalo. Zudem ist es kein Zeichen des Umbruchs.

Ich kann sogar nachvollziehen, wenn erfahrene Spieler kommen. Ohne sie wird der Aufstieg noch schwerer zu realisieren sein. Damit kann ich mich anfreunden, wenn der Spieler menschlich passt und er uns deutlich nach vorne bringt.

Was aber absolut unverständlich bleibt, dass im Gegenzug junge Spieler nicht ausreichend gefördert werden. Dass Mitchell Weiser uns verließ war wohl eher eine Frage des Geldes (um nicht Geldgier zu sagen). Dass Reinhold Yabo jetzt zum neuen Ligakonkurrenten aus Karlsruhe geht, ist eine deutliche Verfehlung des Vereins. Nie wirklich gefördert, keine Chance erhalten. Obwohl er bei den Amateuren teilweise mit Abstand der beste Spieler auf dem Platz war. Dazu die Anlagen, das Alter und die Vorschusslorbeeren. Warum so ein Spieler nicht einmal eine Chance erhielt, während ein Matthias Lehmann immer wieder enttäuschte, ist ein Rätsel.

Sicherlich. Yabo war auch bei der Ausleihe nach Aachen nicht so überragend, wie erhofft. Eine Verletzung tat sein übriges dazu. Aber so ein Talent nun ablösefrei ziehen lassen zu müssen, tut weh. Hier hat man verpasst dem Spieler eine Perspektive aufzuzeigen. Ich wünsche dem Jungen eine erfolgreiche Zukunft!

In diesem Sommer kommen weitere Beispiele hinzu. Daniel Royer, Christopher Schorch und Tobias Strobl kehren uns den Rücken. Ich hätte mir das Trio gut im Kader für die nächste Saison vorstellen können. Gerade Strobl finde ich genial und Schorch hätte nach langer Leidenszeit eine Alternative für Brecko sein können. Stattdessen dürften jetzt wieder eine handvoll 20- bis 25-jährige kommen, die sich neu an den Verein gewöhnen und in den Klub integriert werden müssen.

Mit Odise Roshi verhält es sich ähnlich. Der 22-jährige Wirbelwind zeigte einige gute Ansätze in Köln, wurde aber zu schnell fallen gelassen. In Frankfurt war er der typische Joker. Er hat quasi nicht bestätigen können, warum man ihn mal geholt hat. Vielleicht bringt er nicht genügend Qualität mit. Ich hätte ihn trotzdem gern nochmal in Köln gesehen. Aber immerhin gab es für den Transfer ein paar Euro.

Geld gab es immerhin für Sascha Riether. Zwischen 1,4 und 1,8 Millionen Euro. Für 2,8 Mio hatten wir ihn damals geholt. Mittlerweile ist er bester Spieler beim FC Fulham. Die Summe lächerlich, aber ich bin froh, dass wir überhaupt noch Geld für ihn bekommen. Hätte man vor einem Jahr nicht unbedingt gedacht. Zudem verlässt ein weiterer Ü30-Spieler den Verein. Neben Stefan Maierhofer und Christian Eichner. Jetzt müssen wir noch Slawomir Peszko loswerden, der im Sommer wieder bei uns auf der Matte steht und dann Lehmann. Dann wurde durchaus ein guter Schritt in der Kadergestaltung gemacht.

Die Abgänge einiger junger Spieler verstehe ich trotz allem nicht. Sie verlangsamen den Umbruch und sorgen für einen noch radikaleren Umbruch, der die Aufstiegspläne behindert und in meinen Augen finanziell nicht unbedingt notwendig wäre.

Jakobs und Schaefer werden jetzt beweisen müssen, dass sie einen Kader formen können. Ein Kader, hinter dem die Fans stehen, der für einen Neuanfang steht und der die nötige Qualität für den Aufstieg mitbringt.
Ein hartes Stück Arbeit.
Alles Gute dafür!

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