Von den “Großen” lernen

Die letzten Wochen ließen schon wieder Schlimmes gefürchten. Das sah alles ziemlich mies aus. Kein Wunder also, dass ich ein mulmiges Gefühl hatte am Freitag. Die Münchner Löwen sind schon durchaus eine Hausnummer. Zudem auswärts. Aber gerade gegen die besseren Mannschaften hatte der EffZeh bisher meistens überzeugt. So auch dieses Mal.

Was ganz sicher daran lag, dass wir hier nicht als der große Favorit in die Partie gingen und das Spiel machen mussten, weil der Gegner tief steht und abwartet. So konnte Holger Stanislawski mal endlich so spielen, wie er es sich in den letzten Wochen bereits gewünscht hatte. Selber einfach mal ein wenig abwarten und schauen, was der Gegner macht. Nicht viel.

Die Löwen waren überraschend schlecht. Da ging eigentlich kaum etwas. Sie hatten in der ersten Hälfte viel Ballbesitz. Konnten den aber nicht in gefährliche Chancen ummünzen. Es ging hier um Ballhalten und beten. Dabei wären die Hausherren gefordert gewesen. Schon nach wenigen Minuten hatte McKenna de FC in Front geköpft. Das spielte uns arg in die Karten.

Das Augenmerk konnte jetzt erst recht auf Ruhe und eine solide Defensive gerichtet werden. Wie schon die Nationalmannschaft unter der Woche gingen die Jungs sehr konzentriert zu Werke und waren darauf bedacht hinten sicher zu stehen. Weil alle mithielten und gerade in den Zentrale viel abgeräumt wurde, gelang das. Begünstigt durch harmlose Münchner.

Wenn es mal kurz gefährlich werden konnte, weil wieder ein Münchener Spieler im Zweikampf zu Boden gegangen ist, stand die Abwehr des effzeh exzellent, die Zuordnung der einzelnen Spieler klappte einwandfrei und die Lufthoheit hatten wir eh über das gesamte Spiel. Irgendwas mit 90% gewonnenen Kopfballduellen wird das gewesen sein.

Nach dem Platzverweis gegen Makos bekam ich doch Angst. Fast jedoch unbegründet. Die EffZeh erspielte sich in Hälfte zwei mehr Ballbesitz, behielt die defensivere Grundausrichtung bei und setzte nur einige Nadelstiche. Dabei verpassten sie es jedoch ein ums andere Mal die Spiel schnell zu machen und konsequenter nach vorne zu spielen. Wenn man defensiv kompakt steht, müssen die Möglichkeiten besser genutzt werden. Gerade Jajalo verschleppte hier das Spiel, anstatt die schnellen Offensiven richtig in Szene zu setzen. Das gelang ihm “nur” beim 2:0. Reicht, wenn es dann auch so verwertet wird. Aber auch Jajalo zeigte trotz einiger Abstimmungsprobleme eine Steigerung. Durch seine meist behäbige Art zu spielen bewies er mir aber einmal mehr, dass er nicht der ideale Zehner ist und lieber auf der sechs eingesetzt werden sollte.

Das Problem wäre nur, wer dafür weichen müsste. Lehmann? Wegen seiner Erfahrung sicher nicht. Matuschyk ist für die Spieleröffnung wertvoll. Strobl ist aktuell wohl außen vor. Es müsste quasi einer den Platz mit Jajalo tauschen. Dominik würde hier Lehmann bevorzugen (“weil er weiß, was er macht.”), mir würde da aber seine Erfahrung auf der Sechs fehlen. Zumindest solange Jajalo noch nicht in Topform ist. Aber auch dann ist er für mich kein idealer Zehner. Dann eher Matuschyk, wegen seiner technischen Möglichkeiten. Auch wenn er nicht der große Fixpunkt und Antreiber ist. Ich würde hier ja mal konsequenter auf Bigalke setzen, auch wenn er zuletzt nicht zu überzeugen wusste. Aber das kann nur über Spielpraxis kommen… auch wenn dadurch Jajalo oder Matuschyk raus aus der ersten Elf wären.

Zum einen erarbeiteten sich die Kölner mühsam Räume auf den Außen, die jedoch in Form von Flanken selten Abnehmer vor dem Tor fanden.

Ujah ließ sich oft fallen. Stand gern mal hinter zwei offensiven Außen. Für die Kombination im Mittelfeld ist das förderlich. Aber das Sturmzentrum war dadurch oft verwaist. Und dass ich kein Freund von diesem System bin, brauch ich wohl keinem mehr sagen. Ein Gomez, der vorne drinnen steht und da ist, wenn der Ball in die Mitte kommt, ist mir lieber, als ein Klose, der ständig unterwegs ist, dann aber zentral gern mal fehlt…

Ganz stark – zumindest defensiv – war Hector. Ich mag den Jungen ja ohnehin. Aber ich finde er wird immer stärker. Seine Zweikampfführung ist oft mutig. Aber wenn das Timing stimmt, so wie in wohl allen Zweikämpfen in München, dann ist das bärenstark. Würde mich aber auch nicht wundern, wenn eine seiner Grätschen mal zu spät den Gegenspieler erreicht und er vorzeitig vom Platz muss. Aber er hat seinen neuen Platz in der Mannschaft gefunden. Besonders wichtig, weil Eichner nie an die Leistung der ersten Halbserie in Köln anknüpfen konnte und Hector im Mittelfeld wohl eher das nachsehen hätte. Erst recht, wo Jajalo vielleicht (hoffentlich) doch wieder in Form kommt.

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