Dreiwochengeißbocksplitter

Zwei Wochen war ich ohne Internet und kam nach Wiederanschluss eine Woche nicht zum Schreiben. Was halb so wild war, weil die Bundesliga eine kleine Pause einlegte. In den letzten drei Wochen ist mächtig was passiert. Alle von Euch haben es mitbekommen und ich möchte teils alte Geschichten gar nicht groß aufwärmen und nachbereiten, aber einige Gedanken loswerden.Vorweg der aktuelle Fall:
Wegen des Suizidversuchs von Babak Rafati fiel die Partie gegen Mainz gestern aus. Da rückt alles in den Hintergrund. Jedes Mal, als ich gestern nachmittag neue Infos zu den Vorfällen erhielt wurde mir mulmig. Ein schrecklicher Vorfall. Ich hoffe, dass Rafati schnell wieder auf die Beine bekommt und die Hilfe erhält, die er benötigt.
Dass sich etwas grundsätzliches im Sport ändern wird, bezweifel ich jedoch. Das haben wir im Fall Robert Enke gesehen, wo schnell wieder zum Alltag übergegangen wurde.
Leider!

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Vielleicht bewirkt die aktuelle Aktion Libero etwas. Hier haben sich 60 Sportblogs zusammengeschlossen, um gegen Homophobie im Fußball zu kämpfen. Sie machen auf das Thema zumindest aufmerksam und haben eine beachtliche Wirkung erzielt. Was hinten bei rumkommt, wird man sehen. Ich hoffe, der Sport und alle irgendwie beteiligten werden hierbei sensibilisiert.

Ein unerträglicher Zustand! Ob jemand schwul ist, oder rund, oder grün, das darf keine Rolle spielen. Wir alle sollten ein bisschen besser aufpassen – auf unsere Worte, unser Denken, unsere Taten: Die Freiheit jedes Einzelnen ist immer auch die eigene Freiheit.

Auch die geschätzten Kölner Blogs Sportteil und merstonnzodir sind beteiligt.

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Völlig überraschend hatte Wolfgang Overath (und mit ihm seine zwei Vizes) auf der Jahreshauptversammlung sein Amt niedergelegt. Wieso und warum und was wirklich dahinter steckt, wird man nie erfahren. Aus sportlicher Sicht ist sein Abschied sicherlich kein Verlust. Aber für Sponsoren und als Aushängeschild bei der älteren Generation war er durchaus wichtig.

Der Verein darf sich davon aber nicht aus der Bahn werfen lassen. Mit Finke, der dadurch zum Geschäftsführer aufstieg (aber bitte nicht noch mehr Macht bekommen sollte!) und Solbakken sind zwei Männer am Ruder, die ein Ziel verfolgen und den EffZeh endlich in ruhiges Fahrwasser führen können.

Das sieht der Verein genauso (wäre ja auch schlimm, wenn nicht):

Wenn alle Akteure den FC ins Zentrum ihres Engagements rücken und die Eigeninteressen zurückstellen. Das fordern wir ein. Von den Kritikern ebenso wie von den Verantwortlichen im Club. So, wie wir es in der FC-Charta festgeschrieben haben.

Samba-Köln fasst es treffend zusammen:

Ich kann Overath – ohne seine Leistung als Präsident wirklich beurteilen zu können, wozu die meisten anderen allerdings auch nicht in der Lage sind – verstehen. Er ist 68 und als FC Idol ein Jahr lang am Pranger zu stehen ist alles andere als witzig. Ob sein Abschied ein Segen oder Fluch werden wird, bleibt abzuwarten.

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Dortmunds Kevin Großkreutz diktierte den versammelten Sportjournalisten neulich in die Notizbücher:

„Ich gehe nicht irgendwo hin, nur weil ich da mehr Geld verdienen kann. So bin ich nicht. Wenn, dann käme Stand jetzt sowieso nur der 1. FC Köln infrage. Die haben auch ein geiles Stadion, eine große Historie, dazu geile Fans, von denen ich viele kenne.“

Völlig irrelevant, weil es nie passieren wird, dass er mal für uns aufläuft. Will er sich mit uns gutstellen, bevor er Poldi im Nationalteam angreift?!

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Dafür soll Lars Jacobsen ins Blickfeld gerückt sein. Als neuer Mann für den Winter. Der 32-jährige könnte die Defensive verstärken. Als Rechts- oder Innenverteidiger. Von Anfang 2006 bis Sommer 2007 hatte Solbakken den Dänen beim FC Kopenhagen betreut. Ehe dieser zum 1. FC Nürnberg wechselte. Für den FCN und den Hamburger SV hat er 29 Bundesligaspiele absolviert. In der Premier League hat der Nationalspieler insgesamt 42 Partien absolviert und in seiner Heimat 37 Begegnungen bestritt. Also wirklich doll ist das für einen 32-jährigen ja nicht wirklich.

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Dann lieber ein Eigengewächs reinwerfen, wir Mitchell Weiser, der auf dem Sprung zu stehen scheint.

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Mehr solcher hoffnungsvoller Talente sollen demnächst im neuen Sportinternat gefördert werden. Ein richtiger Schritt, der hoffentlich in einigen Jahren Früchte tragen wird.

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Was vergessen? Ach ja, Lukas Podolski natürlich! Was auch sonst, wie immer. Ein Wechsel wird schon herbeigeschrieben. Dass der Junge nach dem letzten Jahr (wieder) so begehrt ist, verwundert nicht. Dass ein Nationalspieler trotz Kölschem Herzen nochmal darüber nachdenkt, die große internationale Vereinsebene zu betreten, ist auch verständlich. Ich könnte es ihm nicht verübeln und würde es ihm, so sehr ich ihn am liebsten im Kölner Dress sehe sogar gönnen, wenn er sich auf anderem Niveau nochmal durchsetzt.

Und ganz ehrlich, die Millionen könnte der Verein gut gebrauchen, um eine schlägkräftige Truppe zusammen zu halten oder aufzustellen. Ohne Millioneneinnahmen, dürften uns Jemal und Sereno im Sommer wieder verlassen. Peszko und Jajalo sind sicherlich auch nicht ewig zu halten.

Trotzdem, abwarten.

Hauptsache Lukas geht, wenn er denn unbedingt will nicht zu Lazio Rom. Die sollen uns Ionita (teuer) abkaufen 😉

Zum Abschluss werde ich noch wagemutig: Poldi ist ja ein kölscher Jung und der FC der Verein seines Herzens, der ihm so am Herzen liegt und mit dem er so gern erfolgreich sein würde. Bei Bayern (auch bei uns) und als Werbefigur hat der Jung ja schon ordentlich Schotter eingenommen. Wieso steigt nicht er als Investor ein, um Spieler in Köln zu halten und neue Stars zu holen?

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