Eine gute Ernennung?

Lukas Podolski also. Alle Nicht-EffZehler werden ganz laut “Endlich!” schreien. Recht viele Kölner wahrscheinlich auch. Ich – was sonst – mal wieder nicht. Ich bin eher ein wenig skeptisch.

Klar, eine Mannschaft braucht einen starken Kopf. Kapitän sollte jemand sein, der um Team und im Umfeld anerkannt ist. Jemand, der auch mal dazwischen haut. Der Misstände anprangert. Der sich auch mal erlauben darf Kritik zu üben.

Mohamad war dort – trotz sonst tadelloser Einstellung – leider doch die falsche Wahl. Zu ruhig, zu wenig Vorreiter, zu wenig kritikfähig, wie man jetzt hört. Und aus meiner Sicht auch zu defensiv für einen Spieler.

Nicht von der Einstellung, sondern von der Position.

Ich vertrete ja konsequent die Meinung, dass der verlängerte Arm des Trainers auch auf dem Platz im Mittelpunkt stehen sollte. Irgendwo im Zentrum, wo er Einfluss nehmen kann. Nicht ganz hinten oder in vorderster Spitze, wo er zu weit weg vom Spielgeschehen ist.

Aus dieser Hinsicht ist Podolski ebenfalls eine gute Wahl.

Aber Poldi ist für mich nicht der Typ, der auch in schwierigen Phasen voran geht. Der Junge hat sich in dieser Hinsicht in der zurückliegenden Rolle zwar extrem gesteigert. Er beißt und kratzt, wenn es nicht läuft. Das hatte es vor einem Jahr noch nicht gegeben.

Und trotzdem ist der Druck auf Podolski schon jetzt groß genug.
Er ist DAS Gesicht des 1. FC Köln. Jeder erwartet Wunderdinge. Als Kapitän noch mehr.

Diesem besonderen Druck hätte man ihm ersparen sollen. “In die Pflicht nehmen”, heißt es nun stattdessen. Was bedeuten würde, dass er sich in den letzten Monaten eben jener entzogen hätte. Was aber nicht der Fall war.

Für Poldi wird es jetzt schwerer.

Viele Möglichkeiten hatte Frank Schaefer auch gar nicht. Wozu schon allein ein Blick auf den Mannschaftsrat genügt: Milivoje Novakovic, Michael Rensing und Kevin McKenna.
Ein Stürmer, der Torwart und ein Ersatzspieler.

Und doch hätte ich eine bessere Alternative gehabt: Martin Lanig.
Der Junge hat sich enorm gesteigert. Nach seiner langen Pause ging er gerade am Ende voran, war Führungsspieler und Leistungsträger. Er spielt zentral, zentraler geht es kaum. Er spricht deutsch. Er kann sich mit dem Kapitänsamt noch weiter steigern, ohne an dem Druck zu zerbrechen. Glaube ich.

Ich weiß das alles natürlich nicht. Vielleicht bestraft mich Lukas Podolski eines besseren, wird noch mehr Motivator und Führungskraft und steigert sich sportlich noch weiter. Hoffentlich!
Den Mannschaftsrat stellen Milivoje Novakovic, Michael Rensing und Kevin McKenna.

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