Wie beim Pay-TV

Paid Content schreit aktuell wieder aus allen Ecken und man darf sich sicher sein, dass sich diese Diskussion in den kommenden Wochen und Monaten wohl auch nicht ändern wird. Für Verleger ist es der Weisheit letzter Schluss und ich kann sie sogar verstehen.

Sie wollen ihre wertvollen Inhalte nicht kostenlos verscherbeln, verzeichnen aber noch nicht die großen Werbeeinnahmen, so dass der Leser herhalten soll.

Nur darf es hier keine Diskussion geben, ob Paid Content eingeführt wird oder eben nicht. Ein Mix muss her. Ein Mix aus freien Inhalten und bezahlten Online-Abos.

Dabei geht es selbstverständlich zuallererst darum, dass die Verleger landauf landab an einem Strang ziehen und sich auf gewisse Richtlinien und Spielregeln einigen. Solange sich die Verlager innerhalb der Medienlandschaft mit verschiedenen Ansätzen bekämpfen, wird es immer Verlierer geben.

Eine Lösung des „Problems“ könnte hierbei schon ein kleiner Blick gen Fernsehen sein.

Dort gibt es schon jetzt die Teilung zwischen freiem und geschlossenem TV. Sicherlich nicht gänzlich vergleichbar und in Teilen sogar abschreckend, wenn man sieht, wie unerfolglos Premiere/Sky (im Vergleich zu den Ansprüchen und Erwartungen) das Problem Pay-TV meistern. So wenig ich Sky mag, so sicher bin ich, dass es sich durchsetzen wird. Wie in England beispielsweise.

Nur muss es den Medienunternehmen gelingen, derart hochwertige und exklusive Inhalte zu liefern, dass man gern bereit ist hierfür in die Tasche zu greifen. Das sind bei Sky die Bundesligarechte und werden im Onlinebereich Reportagen oder exklusive Interviews sein. Erst, wenn sich die Inhalte von der Konkurrenz abgrenzen, wird auch die Bezahlschranke von der Leserschaft angenommen. Mit einem Online-Abo hätte vielleicht sogar galore.de überlebt.

Denn die Internetuser sind gar nicht so zahlfaul, wie ihr immer unterstellt wird. Eine aktuelle Studie besagt, dass ein Drittel sogar bereit ist zu zahlen.

Das sollte aufhorchen lassen.
Doch einfach so wollen die User nicht in die Tasche greifen. Wenn schon Abo, dann aber werbefrei! Was in Zeitungen nicht geht, kann Online dank neuer Techniken durchaus gelingen. Wer zahlt, erhält ein werbefreies Angebot. Wie bei Premiere. Ich habe mich damals für ein Abo entschieden, weil ich zum Einen Bundesliga live und exklusiv sehen konnte und auf der anderen Seite nicht mit Werbung zugemüllt werden. Das sieht heutzutage anders auf. Vielleicht habe ich auch deshalb kein Abo mehr.

Genau diesen Fehler dürfen die Verleger nun halt nicht machen.
Dabei geht es nicht um entweder – oder. Sondern um miteinander. Parallel quasi!
Es muss gelingen zwei Angebote anzubieten. Das kostenpflichtige, aber werbefreie und das kostenlose, aber werbefinanzierte.

Denn dadurch verteilt man seine Finanzierung im Umkehrschluss auf zwei Beine. Man muss nicht auf die Werbeeinnahmen verzichten. Sollte man auch nicht, da der Bereich Online-Werbung zwar nicht wie erhofft, aber doch stetig wächst.

Gleichzeitig bieten man den Lesern einen Mehrwert: Werbefreiheit.
Gepaart mit besonderen Inhalten könnte Paid Content zum Erfolg werden.

Es muss halt nur mal der Blick gen Fernsehmarkt gerichtet werden. Eine kleine Analyse, ein übergreifender Konsenz und schon würden sich einige mächtig die Augen reiben.

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