Torrichter, Torkamera oder doch der Chip

Wir befinden uns vor einer Revolution. Fußball wird in Kürze einer Veränderung unterzogen. Egal, wie genau diese aussehen wird, aber schon bald wird es eine umfassende Regeländerung geben.

Zu laut sind im Moment die Rufe nach einer Torkamera. Oder einem Chip. Oder halt den Torrichtern.
Die werden in dieser Saison ohnehin schon getestet. Eine große Zukunft sehe ich da nicht. Eher ist es eine Schiedsrichter-ABM-Maßnahme. Ein Alibi, da gerade in wachsender Schiri-Nachwuchs-Armut eh keine Perspektive besitzt. Ohnehin wird man wohl (viel zu schnell) bemerken, dass auch der eine Typ hinter dem Tor mal Fehler machen kann oder eine Situation nicht richtig beurteilt. Menschen machen Fehler. So ist es nun mal und so wird es auch den Torrichtern gehen.


(Oder doch nicht? Das ist hier die Frage! Foto: wanko_wildner)

Interessanter klingt da schon die Möglichkeit einer Torkamera.
Per mobilem Gerät könnte der Mann in Schwarz eine Szene sekundenschnell in Wiederholung anschauen und entscheiden, ob der Ball hinter der Linie war oder nicht. Aber schon jetzt gibt es strittige Szenen. Da guckt man ein und die selbe Situation aus zehn verschiedenen Kamerapositionen und kann immer noch nicht eindeutig bestimmen, ob das nun Tor war oder eben nicht. Warum soll es einem Schiedsrichter da anders gehen. Nichts peinlicher, als wenn der Schiri, umringt von 22 Spielern (ist das dann eigentlich Rudelbildung?!) minutenlang immer wieder eine Spielszene nachschaut. Und was, wenn gerade im entscheidenden Moment jemand vor der Kamera steht?

Sinnvoller ist deshalb gleich der Chip im Ball.
Technisch soll das schon jetzt möglich sein und eine verlässlichere Größe gibt es gar nicht, um zu erkennen bzw. von der Technik erkennen lassen, ob der Ball in vollem Umfang über der Torlinie war oder eben nicht. Am Besten montiert man noch eine Leuchte auf der Latte, die dann begleitet von Fanfaren das reguläre Tor verkündet. Das geht auch soweit gut, bis sich erste Hacker an der Manipulation dieser Technik versuchen.

Aber sei’s drum.
Aus meiner Sicht lebt dieser Sport von den Emotionen und den Fehlentscheidungen. Es ist bitter und teils tragisch, wenn ein (nicht gegebener oder irregulärer) Treffer über Wohl und Wehe einer Mannschaft entscheidet, aber das ist nunmal der Sport, den ich so liebe. Weswegen ich auch gern zu Spielen der Amateure gehe.

Wenn aber was getan werden soll, dann bitteschon richtig. Torrichter und Torkamera sind sicherlich Verbesserungen, aber trotzdem weiterhin fehlbar. Wenn man wirkliche Ergebnisse haben will, muss es schon der Chip sein.

Nun denn, die Revolution steht bevor.

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