Soldo wird es wohl machen

Nachdem eigentlich klar schien, dass die Entscheidung nur noch zwischen Slomka oder Soldo fallen sollte, tauchten auf einmal immer mehr Namen auf, die angeblich mit dem 1. FC Köln in Kontakt standen und dann doch absagten oder abgelehnt wurde. Falko Götz hieß der eine, nachdem der auf der Aufstiegsfeier seines Holstein Kiel einen Wechsel an den Rhein dementierte. Auch Volker Finke blieb lieber bei seinen Urawa Red Diamonds. Alles halb so wild, bis auf einmal doch noch ein großer Namen in den Gazetten auftauchte.

Gérard Houllier.
Der ehemalige Trainer von Racing Lens, Paris St. Germain, FC Liverpool und Olympique Lyon soll sich mit Michael Meier getroffen haben. Das wäre eine Hausnummer gewesen und ein würdiger Nachfolger von Christoph Daum. Er wäre der große Name gewesen, den man sich in Köln auch wünscht und vorstellt (als Fan). Doch der Druck wäre wieder immens gewesen. Schließlich wurde der Franzose mit Paris und Lyon französischer Meister sowie mit Liverpool FA-Cup, Liga-Pokal- und UEFA-Cup-Gewinner.

So schnell der Name jedoch aufgetaucht war, so schnell war er auch wieder verschwunden. Wolfgang Overath dementierte sofort. Natürlich sei Houllier bekannt, aber in Verhandlungen stünde man sicherlich nicht.

Was wirklich dran ist, wissen nur die Beteiligten.

Klar ist eins. Verständlich ist die Absage und das Dementi danach.

Ich behaupte mal rotzfrech, dass beide Seiten vielleicht doch zumindest mal telefoniert haben. Warum auch nicht? In Köln werden immer große Pläne gesponnen. Houllier wäre zu haben. Warum keinen Versuch wagen.

Dass der Trainer absagt, ist fast verständlich. Nach Jahren bei echten Topklubs wäre ein Engagement in Köln ein Rückschritt. Gerade, wenn man keinen direkten Bezug zum Verein hat, ist so ein Angebot für einen Trainer seines Formats wenig verlockend. Warum sich das also antun?

Dass Herr Overath schleunigst dementiert ist auch verständlich.

Klar, man könnte auch sagen, dass man den Franzosen gern gehabt hätte. Damit hätte man die eigenen Ambitionen unterstrichen. Köln gehört eigentlich nicht ins Mittelfeld. Um dort jedoch rauszukommen braucht es schon Erfahrung. Die hätte Houllier allemal mitgebracht. Dass trotzdem dementiert wird, ist absolut nachvollziehbar. Hätte man Verhandlungen bestätigt, wäre die Marschroute bei der Trainersuche klar gewesen. Ein großer Name sollte her. Da aber außer Houllier keiner dieses Formats zu haben war, konnte nach der Absage keiner vom gleichen Schlage präsentiert werden. Jede Verpflichtung – egal welches Gehandelten – wäre ein Rückschritt und ein Zeichen, dass er nur eine Notlösung sei. Eine Schlechte obendrein.

Overath dementierte und sicherte sich damit gegen Vergleiche „Neuer Trainer versus Houllier“ ab.

Clever.

Der neue Trainer kann etwas beruhigter an die Sache gehen. Wenn das in Köln überhaupt möglich ist.

Nachdem auch Slomka abgesagt hat, bleibt folglich nur noch Zvonimir Soldo übrig.
Der ehemalige Stuttgarter ist die besagte kleine Nummer. Zwar ein „großer Name“ in der Bundesliga, allerdings als Spieler (VfB Stuttgart). Als Trainer bringt er kaum Erfahrung mit. Fünf Monate bei Dinamo Zagreb kann er vorweisen. Nicht wirklich viel für die Ambitionen der Geißböcke. Da sich die Gerüchte verdichten (Samstag soll die Entscheidung verkündet werden), ist für mich klar: Wir werden erstmal kleinere Brötchen backen.

Soldo bringt sicherlich eine gewisse Autorität mit, wie er sich als Trainer schlägt, wird sich zeigen müssen. Vor allem wird er sich im Haifischbecken Köln beweisen müssen. Erstmal ein Wagnis. Vielleicht – hoffentlich – schwimmt er sich frei. Er wäre nicht der erste Jungtrainer, der schnellen Erfolg erzielt. Aber gerade im Schatten eines Daum (und/oder Houlliers) ist sein Name furchtbar klein. Könnte aber auch gut für ihn und den Klub sein, wenn er nicht allzu sehr im Fokus steht und die Erwartungen nicht zu hoch/noch höher geschraubt werden.

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