Afrikanische Juwelen?!

Afrikanische Fußballer haben in den letzten Jahren/Jahrzehnten immer mehr den Weg in den internationalen Fußball gefunden. Auch wenn einer Mannschaft vom Schwarzen Kontinent bisher noch kein Erfolg bei einer Weltmeisterschaft geglückt ist, finden sich in vielen internationalen Topmannschaften Spieler aus afrikanischen Ländern, die auf der europäischen Vereinsebene zu den herausragenden Persönlichkeiten zählen. Gerade gestern reihe sich Barcelona’s Samuel Eto’o (Kamerun) in die Reihe der Torschützen beim Champions League-Finale ein.

Gerade jener Eto’o zeichnete sich bei den letzten beiden Afrikameisterschaften als Torschützenkönig (jeweils 5 Tore pro Turnier) aus.
Die afrikanische Nationenmeisterschaft gilt ohnehin als große Bühne für talentierte Spieler. Europäische Scouts gehören zum normalen Bild auf den Bühnen, wenn die Mannschaften um den begehrten Titel spielen.

Zuletzt fand der Wettbewerb 2008 statt. Zeit, mal zurück zu blicken und zu fragen, ob die herausragenden Spieler den Sprung nach Europa (schon) geschafft haben. Dank Wikipedia gibt es eine offiziell bestätigte „Elf des Turniers“ (plus Ersatzspieler).

Tor
Essam El-Hadary wechselte nach dem Turnier zum FC Sion, wo er Stammspieler ist und zuletzt den Pokalsieg feierte.
(Richard Kingson war damals schon 10 Jahre in der Türkei aktiv, wechselte vor dem Turnier von Hammarby (Schweden) nach Birmingham. Ist jetzt Ersatz bei Wigan Athletic).

Abwehr
Geremi Njitap ist schon seit 1997 in Europa und kickte u.a. für Real Madrid un Chelsea. Ist gerade mit Newcastle United abgestiegen.
Wael Gomaa spielte mal ein halbes Jahr in Katar und blieb ansonsten Ägypten treu. Mit 33 zu alt für den Durchbruch.
Michael Essien nach 2 Jahren Lyon wechselte er schon 2007 zu Chelsea, wo er noch immer spielt.
Sulley Ali Muntari hat das Turnier als Sprungbrett genutzt und wechselte danach von Portsmouth zu Inter Mailand, wo er als Stammspieler bei der Meisterschaft mithalf.
(Hani Said lief zwischen 1998 und 2006 in der Seria A auf. Lässt seine Karriere in Afrika ausklingen.)
(Ahmed Fathy wartet noch auf den großen Durchbruch. Spielte während eines kurzen Intermezzos zwei Mal für Sheffield United und kehrte dann wieder nach Ägypten zurück. Mit 24 noch ausbaufähig.)

Mittelfeld
Yaya Touré spielt schon seit 2007 für Barcelona
Alexandre Song (gleichzeitig auch Nachwuchsspieler des Turniers) ist der Neffe von Rigobert. Gehört schon seit 2005 Arsenal London, wurde aber zwischenzeitlich an Charlton ausgeliehen. Seit dieser Saison Stammspieler. Mit 21 Jahren!
Hosni Abd-Rabou (bester Spieler des Turniers) wechselte nach dem Turnier zu Al-Ahli (V.A.E.). Absolvierte 2005/2006 22 Spiele für Straßburg. Wartet mit 24 Jahren auf den Durchbruch.
Mohamed Abo Treka ging nie aus Afrika weg. Mit 30 Jahren jetzt auch kein Thema mehr.
(Saber Ben Frej wechselte direkt vor dem Turnier zu Le Mans in die zweite französische Liga und ist dort nur Ersatz.)
(Stéphane M’Bia ist seit 2004 bei Stade Rennes und wartet mit 23 noch auf den Durchbruch.)

Sturm
Amr Zaki wechselte nach dem Turnier zu Wigan und erzielte dort 10 Tore in 29 Spielen. Mit 26 ist noch etwas möglich.
Manucho wechselte zu Manchester United, wo anfangs jedoch eine Arbeitserlaubnis fehlte (deshalb Leihe an Panathinaikos, wo er in neun Spielen vier Tore erzielte). Darf mittlerweile in England spielen, aber wurde erstmal an Hull City ausgeliehen. Ist dort Ergänzungsspieler (13 – 2).
(Didier Drogba ist schon seit 2004 für Chelsea aktiv.)
(Abdul Kader Keïta stürmt seit 2005 in Frankreich und seit 2007 für Lyon.)

Einige Spieler dieser Auswahl war schon vorher in Europa aktiv oder ist mittlerweile zu alt für einen Wechsel zu einem „großen Klub“.

Ali Muntari zwar schon in Europa aktiv, aber erst nach Turnier hat er den Kontrakt bei Inter unterschrieben, wo er sein Qualitäten bestätigte.
Song spielt erst jetzt seine ganze Klasse aus, ist aber auch der Jüngste im Bunde und könnte 2010 in Angola Spieler des Turniers werden.
Beiden steht die große Karriere bevor. Ihre Klasse haben sie schon unter Beweis gestellt.

El-Hadary, M’Bia, Zaki und Manucho haben das Turnier als Sprungbrett genutzt, nun muss jedoch der nächste Schritt folgen. Der direkte Vergleich mit den großen Spielern in Europa.

Fathy und Abd-Ravou warten in ihrer Heimat noch auf Durchbruch, sind aber entwicklungsfähig bzw. jung genug, dass sich Scouts, Trainer und Manager das Duo mal näher ansieht.

Schon dieses Turnier macht deutlich, dass wirklich etwas dran ist am „Talenteschuppen Afrika“. Immer wieder wachsen neue Talente nach, die vor allem den Afrika-Cup als erste große Bühne nutzen. Es macht also schon Sinn, dass europäische Vereine bei den Turnieren vor Ort sind. Dass die deutsche Bundesliga bei den herausragenden Spielern keine (oder maximal kaum eine) Rolle spielt, liegt wohl in erster Linie an der Finanzkraft in der englischen und italienischen Liga.

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