Was macht eigentlich… Stephan von newskick

Die Meldung kam so plötzlich und überraschend, dass ich sie erst gar nicht für voll genommen hatte:

Mit dem heutigen Tag zieht newskick.de seine Mannschaft vom Spielbetrieb zurück

Das war vor neun Tagen und seitdem hat sich Newskick wirklich komplett zurück gezogen. Keine Meldungen können mehr verlinkt und gefunden werden.

Ein Schlag für Spielfeldrand – Das Magazin.
Fast jede Meldung habe ich bei newskick eingestellt, da ich hier die fußballaffinen User gefunden habe, die sich am Spielfeldrand wohl fühlen sollen. Näher an der Zielgruppe konnte man kaum sein. Von newskick-Seite habe ich einigen Traffic erhalten.
Gleichzeitig bot sich immer die Möglichkeit nach neuen und interessanten Themen zu stöbern. Bei newskick fand sich wirklich alles, was das Fußballherz begehrt.
Umso schmerzvoller, dass nun wirklich Schluss ist. Im Moment seh ich kein so spezielles Alternativangebot im Netz.

Doch die blanke Nachricht wollte ich nicht so stehen lassen und habe nachgefragt. Bei Stephan von newskick, der mir die Gründe für den schweren Schritt erläuterte.
Leider kann ich die völlig nachvollziehen. Gleichzeitig steigt der „Hass“ auf all Jene, die das Netz in ihrem bösen Sinne nutzen, um kleine Blogger und Webseitenbetreiber abzumahnen.

Was sind die Gründe für das Aus von newskick?
Neben dem hohen Zeitaufwand für die Pflege, die Seite war bei Spammern sehr beliebt, war letztlich die ungeklärte rechtliche Seite eines solchen Projektes ausschlaggebend für das Aus von newskick.de. Erst im Januar durfte ich einen vierstelligen Betrag an eine Anwaltskanzlei überweisen, weil auf newskick.de eine Meldung über eine Straftat eines Ex-Fußballprofis verlinkt war, deren Inhalt in einem Detail nicht gänzlich der Wahrheit entsprach. Nach Meinung des gegnerischen Anwalts ist bereits das verlinkten einer solchen Meldung strafbar. So ist zum Beispiel auch bekannt, dass Webseiten, welche die „unkorrekte“ Meldung über RSS-Feeds eingebunden hatten, ebenfalls abgemahnt wurden.

Durch den sogenannten „fliegenden Gerichtsstand“ hätte ich mir letztlich in München, rund 600 km von meinen Wohnort entfernt, einen Anwalt nehmen müssen, um den Rechtsstreit auszufechten. Als nichtkommerzielle Website ist man damit eigentlich schon zur Aufgabe gezwungen.

Hast du schon länger über diesen Schritt nachgedacht?
Ja, seit dem Eingang des ersten Schreibens des Medienanwalts im November 2008 habe ich mich mit dem Gedanken befasst. Solche Schreiben sind nicht gerade motvierend.
Ich hatte schon damals beschlossen, bei einem negativen Ausgang der Angelegenheit newskick.de auf Eis zu legen. Letztlich habe ich dann doch noch zwei Monate weitergemacht.

Im März stand ich schließlich vor der Entscheidung, eine neue Version mit vielen neuen Features ins Netz zu stellen oder das Projekt vom Netz zu nehmen. Da die Pflege von newskick.de nach einem Upgrade einen noch größeren Zeitaufwand erfordert hätte, habe ich mich schweren Herzens für erstere Variante entschieden.

Wie geht’s für dich weiter?
Ideen sind vorhanden, konkrete Pläne gibt es allerdings noch keine.

Bleibst du dem Fußball im Web erhalten?
Als Leser werde ich das Geschehen in der Fußball-Bloggerszene weiterhin mit Interesse verfolgen. An dieser Stelle möchte ich auch nochmals besonders allen Bloggern danken, die sich aktiv an newskick.de beteilgt haben.

Spielfeldrand – Das Magazin vermisst newskick schon längst und wünscht Stephan alles Gute für die Zukunft und seine weiteren Projekte. Hoffentlich ist er bald wieder da.

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