Sörensen und die taktische Alternative

Da ist er ja doch noch, der Neuzugang, der – zumindest mir – vom Namen gar nichts sagte. Spricht glaube ich auch gar nicht gegen mein Fußballwissen. Auch wenn der abgebende Verein Juventus Turin heißt. Für den Champions League-Finalisten hat er kaum gespielt und war quasi dauerausgeliehen.

Ich kann über Frederik Sörensen demnach nichts fundiertes sagen. Eine Meinung hab ich trotzdem. Die ist zumindest skeptisch geprägt. Dazu unten mehr. Aber auch vorfreudig. Dazu noch weiter unten mehr.

Aber erstmal: Nach dem geplatzten Transfer von Santana wäre (fast) jeder neue Name eine Steigerung.

Bei Sörensen stimmen die Rahmendaten. 23 Jahre und damit entwicklungsfähig. Erfahrung in der Serie A gesammelt. Mit 1,93 mal eine Erscheinung, die uns – wenn er seinen Kopf gut einsetzen kann – größtenteils im Kader fehlt. Internationale Erfahrung in der dänischen U21 gesammelt. Im Fokus von A-Nationaltrainer Morten Olsen (kennt ihr noch, nä).

Soweit so gut. 

Die Absage an Santana wurde damit begründet, dass wir jemanden brauchen, der uns sofort zur Verfügung steht. Sörensen ist gesund. Check. Allerdings strotzt er nicht vor Spielpraxis. Ob jemand Kevin Wimmer ersetzen kann, der in den letzten beiden Saisons nur zehn beziehungsweise 15 Ligaspiele absolviert hat, muss zumindest mal hinterfragt werden.

Dass der EffZeh ein Kaliber Marke Wimmer nicht gleichwertig ersetzen kann, steht außer Frage. Aber ob man nicht jemanden findet, der in seinem bisherigen Verein zumindest Stammspieler – oder vielleicht sogar Führungsspieler – war? Erst recht, wenn der unter Spielpraxis leidende die für ihn neue Liga – und selbst das Land – nicht kennt.

Schmadtke, Jakobs und Stöger dürften sich aber etwas dabei gedacht und in ihm mehr sehen. Beispielsweise eine Leistungsentwicklung, wenn er regelmäßig auf dem Platz steht. Angetrieben von seinen Anlagen. Das Vertrauen habe ich mittlerweile in den Verein. Muss ich auch haben, wenn man sieht, dass Stöger zuletzt ohne Innenverteidiger auskommen musste.

Was man so liest, ist Sörensen wie Heintz (der auch LV spielen könnte) flexibel und kann auf der rechten Außenbahn eingesetzt werden. Da haben wir mit Olkowski und Brecko nicht wirklich Bedarf. Es sei denn, Stöger hat ein anderes System im Kopf. Eventuell nicht für jede Partie, aber als Überraschungselement.

Die Dreierketter.

Mit Sörensen rechts. Heintz links. Und Maroh in der Zentrale. Sollte Maroh ausfallen und Mavraj auch nicht bereit stehen – wie aktuell – könnte Matze Lehmann den beiden jungen IVs als erfahrener Mann zur Seite stehen.

Warum die aus den letzten beiden Jahren bewährte Defensivtaktik mit Viererkette über Bord werfen? Eine Harakirimission? In meinen Augen nicht. Köln wird dank der Neuen offensiv gefährlicher auftreten. Wenn ich mir das Personal anschaue, sind wir defensiv schwächer aufgestellt. Eine gute Taktik richtet sich immer nach eigenem Personal und Gegner. Stöger hat in der Vergangenheit bewiesen, dass er flexibel in seinen Entscheidungen ist. Da würde mich eine neue Grundordnung nicht komplett wundern.

Besonders, da Olkowski seine Stärken in der Offensive hat und viele Hector auf lange Sicht in Mittelfeld sehen. Mit den Beiden auf den Flügeln, könnte man in der Rückwärtsbewegung gar eine Fünferkette aufbieten. Und dadurch trotz offensiverer Ausrichtung defensiv kompakter auftreten und die geringere IV-Qualität dadurch ausgleichen. Möglich (oder ziemlich sicher?!?) müsste dann ein Sechser seine Position räumen (Vogt?). Davor zwei offensive Spieler (Jojic, Risse) hinter eine Doppelspitze. Flankiert von Hector und Olkowski, die viel Laufarbeit verrichten müssten. Dieses 3-3-2-2 fänd ich tatsächlich spannend. Und würde auf allen Positionen einen Kampf um die Plätze bedeuten.

Horn

Sörensen – Maroh – Heintz

Olkowski – Lehmann – Hector

Jojic – Risse

Modeste – Hosiner

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Kessler

Mavraj – Vogt – Klünter

Brecko – Gerhardt – Svento

Nagasawa – Peszko

Osako – Finne

Ich bin gespannt, was Stöger aus dem Säckerl zaubert. Eventuell gar nichts neues. Muss er auch nicht zwingend. Die Möglichkeiten sind mit dem aktuellen Kader aber gegeben. Die defensive Abstimmung und Ausrichtung dürfte aber die unsicherste Komponente sein.

Come on FC!

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