Anthony ersetzt Toni

Der Name waberte schon so lange durch die Medien, dass man befürchten musste, dass der Transfer doch noch scheitert. Mittlerweile wurde Anthony Modeste als Neuzugang beim EffZeh vorgestellt. Chapeau! Für Köln ein absoluter Top-Transfer. Stark, dass man so einen Klassemann ans Geißbockheim holen konnte.

Ich fand Modeste in Hoffenheim schon immer gut. In der Premierensaison mal zwölf Bundesligatore hinlegen, muss man auch erstmal zeigen. Kritiker dürfen jetzt anmerken, dass da bei der TSG-Offensivpower mehr herausspringen müsste. Sicher. Aber hier muss man bedenken, dass Modeste immer ein früher Auswechselkandidat war. Und bis zum Ende seiner Sinsheimer Zeit immer der Wechselmann war.

23 Tore und 7 Vorlagen in 62 Bundesligaspielen sind ein vernünftiger Wert. Das ist sogar eine Topquote, wenn man mit einbezieht, dass er die 30 Scorerpunkte bei durchschnittlich nur 51 Spielminuten erreicht hat. Umso unverständlicher, dass man Modeste in Hoffenheim nicht mehr gefördert hat. Da wäre rechnerisch wesentlich mehr für ihn drin gewesen. Aber wenn man in der Offensive im Spielverlauf etwas anpassen will und die andere Alternativen heißen Firminho und Volland, hat es der 27-jährige einfach schwieriger. 
Gut für den EffZeh. Ansonsten hätte man ihn nicht als Ujah-Ersatz bekommen können. Erst recht nicht für die kolportierten vier Millionen Euro Ablöse. Setzt da mal die drei für Zoller dagegen, der bis dato erst eine starke Zweitligahalbserie hingelegt hat.

Modeste ist für mich nicht nur Ujah-Ersatz, sondern im Vergleich eine Verstärkung (also alles richtig gemacht!). Modeste ist offensiv kopfballstärker und technisch noch besser. In den Grundzügen aber ein ähnlicher Spielertyp. Stöger muss sein Offensivkonzept deshalb nicht radikal ändern. Aber durchaus anpassen. Denn in Sinsheim hat Modeste mehr Unterstützung aus dem Mittelfeld bekommen. Hier – und das ist ja nichts neues – besteht in Köln noch Nachholbedarf. Doch da setze ich Hoffnungen auf Gerhardt, Nagasawa und Osako, die unseren Stoßstürmer von den Anlagen gut in Szene setzen können.

Und natürlich warten wir noch auf die angedachte Verstärkung in der Zentrale. Wenn die in die Kategorie von Modeste fallen würde…

Unsere zweite Neuverpflichtung für 2015/2016 ist bei mir mit großen Vorschusslorbeeren ausgestattet. Jetzt muss er auf dem Platz beweisen, dass er die Qualitäten auch in Köln abrufen kann – in einem Kader mit geringerer (individueller) Klasse. Vertrauen, Support und Zeit bekommt er hoffentlich nicht nur von mir.

Doch ehe er im Training angreift, soll er erstmal die nächsten Tage mit seinem neugeborenen Sohn verbringen. Eine unbeschreiblich schöne Zeit, das soll er in vollen Zügen genießen. Das konnte – aus aktuellem Anlass – aus tiefstem Herzen.

Willkommen in Köln, Familie Modeste und Come in FC!

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