— weerke

Immer Ärger um das Abitur

Seit einem Jahrzehnt geht es immer wieder munter hin und her in Deutschland. Die einen legen ihr Abitur nach der zwölften Klasse ab, die anderen nach 13 Jahren. Das eine Bundesland handhabt es so, das andere wieder gänzlich anders. Beiden Seiten haben Vorteile. Und Nachteile. Nur eine einheitliche Regelung fehlt. Selbst in der Hansestadt.

Hier sollen die Schüler möglichst schnell zum Abitur kommen. Als Turbo-Abitur wird der Abschluss nach acht Jahren im Gymnasium tituliert. Das soll die Basis sein. Wer sich trotzdem mehr Zeit nehmen möchte, der kann auf die Stadtteilschule wechseln. Dort gilt das G9, das Abitur nach der 13. Klasse also. Ein nettes Eingeständnis der Politik, das trotzdem torpediert wird.

Die Initiative “G9 Jetzt” formiert sich und ein Volksentscheid könnte hier die nächste Stufe einläuten. Dabei soll erreicht werden, dass die Schulen selber entscheiden können, ob sie das Abitur erst nach acht oder neun Jahren austeilen werden. Demokratie gut und schön. Aber diese unterschiedlichen Systeme sorgen doch nur für Verwirrung und Unruhe. Vor allem, wozu?

Robert Heinemann (CDU): „Aus meiner Sicht wurde in Hamburg die Stadtteilschule als Alternative zu ,G8‘ eingeführt. Diejenigen, die nun ,G9‘ in Hamburg wollen, stellen das Zwei-Säulen-Modell infrage. Langfristig würde dies zu einer Einheitsschule führen.“

Es muss eine einheitliche Linie erreicht werden. Ein bundesweites Gesetz, das die Schulzeit regelt. Das ist aktuell Ländersache und wird dann innerhalb von Bundesländern noch unterschiedlich gehandhabt. Das klingt für mich eher nach Anarchie denn nach Demokratie.

Ich selbst habe das Abitur nach zwölf Jahren abgelegt. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich ein dreizehntes Jahr gebraucht hätte. Mein Bruder war 13 Jahre an der Schule und meinte eher, dass das letzte Jahr verschenkt war. Hier wurde wiederholt, denn neuer Stoff gelehrt. Wenn es in dem “zusätzlichen Jahr” darum geht gelernte Inhalte zu vertiefen, dann sind hier die Schüler gefragt sich hinzusetzen und mehr zu lernen, wenn der Bedarf besteht. Zudem kann eine Klasse wiederholt werden, wenn man in einem Jahr nicht mitgekommen ist.

Die Jugendlichen sollen erwachsener werden. Sie wollen früher erwachsener sein, sind es heutzutage meistens schon. Sie sollen studieren und früh in den Berufsalltag kommen. Und gleichzeitig zwingt man ihnen ein zusätzliches Jahr in der Schule auf.

Schlussendlich kann es mir egal sein, wie lange Gymniasasten benötigen, um das Abitur zu erhalten. Wichtig wäre für mich eine klare und einheitliche Regelung. Bundesweit. Was auch für die Anforderungen der Prüfungen gilt.

[Fotocredit Startseite: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com  / pixelio.de]