— weerke

Hamburger Weltnaturerbe unweit von Hamburg

Irgendwie grotesk. Seit ich in Hamburg wohne, sagt mein Vater regelmäßig, dass er unbedingt mal ins Wattenmeer möchte. Er hatte im Fernsehen mal vom Hamburgerischen Wattenmeer gehört und wollte es unbedingt einmal sehen. Ich musste dafür selbst einmal schauen, wo sich das Wattenmeer überhaupt befinden sollte. Ich kannte es auch nur vom Hörensagen und war dann doch ein wenig überrascht. Denn dieser Teil Hamburgs ist knapp 150 Kilometer vom “eigentlichen Hamburg” entfernt.

Seit gestern erhalten die 137 Quadratkilometer eine noch höhere Aufmerksamkeit und noch mehr Hamburgtouristen dürften demnächst den Wunsch hegen, ihren Wochenendurlaub mit einem Abstecher ins Wattenmeer zu garnieren.

Denn die Unesco hat den Nationalpark Hamburgerisches Wattenmeer zum Weltnaturerbe ernannt. Damit steht das Wattenmeer in einer Reihe mit dem Great Barrier Reef und dem Serengeti-Nationalpark Es dürften als Autocorsos gen Cuxhaven fahren, um zwölf Kilometer weiter mitten in der Elbmündung die drei Inseln Neuwerk, Nigehörn und Scharhörn zu besuchen.

Seit 700 Jahren gehört das Wattenmeer, mit einigen Unterbrechungen schon zu Hamburg. Deshalb ist auch die hanseatische Wasserschutzpolizei dafür zuständig. 10.000 Jahre als ist das Gebiet bereits und ist Lebensraum von Tausenden Tierarten. Zudem ist es eines der größten Feuchtgebiete der Welt. Demnächst dürfte das Hamburgerische Wattenmeer zum größeren Touristenmagneten mutieren. 100.000 Menschen kommen schon jetzt jährlich vorbei.

Die diesjährige Ernennung mit der weltweit höchsten Naturschutz-Auszeichnung ist allerdings auch ein kleines Armutszeugnis für Hamburg. Denn bereits 2009 wurde das gesamte deutsche Wattenmeer als Weltnaturerbe ernannt. Hamburg hatte damals schlichtweg vergessen sein eigenes Teil Wattenmeer mit einzureichen. Aber das wurde ja nun in Paris nachgeholt. Ich werde dann demnächst wohl auch mal rausfahren und mit das Naturdenkmal anschauen.

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