— weerke

Das miserable Prestigeprojekt?

Die HafenCity wurde von Beginn an kritisch beäugt. Zu teuer, zu steril und nur für den gehobenen Lebensanspruch bestimmt. Gentrifizierung und so. Trotzdem ist die HafenCity an sonnigen Wochenende übervölkert. Nicht nur Touristen strömen in den neuen Stadtteil. Auch Hamburger genießen das spezielle Flair. Das gefällt natürlich nicht jedem und deshalb wird aktuell kräftig diskutiert, ob der Bau der HafenCity ein Fehler war.

Das sind ein paar Fakten:

  • 1.700 Bewohner
  • 300 angesiedelte Unternehmen
  • 95.000 Quadratmeter leerstehende Büroflächen
  • Leerstand: 17,5 Prozent
  • Doppelt so hoher Leerstand, wie in der Innenstadt

Zuletzt hat SAP seinen Rückzug bekannt gegeben. 400 Mitarbeiter werden nach Rotherbaum umsiedeln. Das Softwareunternehmen war eine der ersten Firmen, die sich in der HafenCity angesiedelt haben. Auch einige Einwohner haben dem Stadtteil wieder den Rücken gekehrt.

Die meisten Kritikpunkte sind:

Zu wenig Grün
Zu viele Touristen
Schlechte Infrastruktur

Vieles war aus meiner Sicht aber von vornherein klar. Einiges wurde bereits getan, um die “Missstände” zu beheben. Es wurden mehr Grünanlagen errichtet, bei den weiteren Bauvorhaben wurden Parks von vornherein eingeplant. Die U4 wird die Verkehrsanbindung deutlich verbessern. Zudem sollen auch bezahlbare Wohnungen entstehen, um weg vom “hohen Mietniveau” zu kommen. Das “Kühle des Viertels” kann auch direkt als stylisch betrachtet werden.

„Der neue Standort sollte zur Firmenphilosophie und zu unserer Mode passen: urban, international und designorientiert“, sagt Apart-Geschäftsführer Bernd Houillon. Und all dies verkörpere die HafenCity.

Das größte Problem ist wirklich der Leerstand bei den Büroflächen. Hier muss man sich etwas einfallen lassen. Vielleicht Mietkürzungen oder Freigabe von Flächen für gemeinnützige Organisationen. Denn wer möchte schon in ein leerstehendes Gebäude einziehen? Eben. Also heißt es kaschieren und damit andere Unternehmen ansiedeln.

Die HafenCity hat für mich Zukunft. Und in wenigen Jahren (ein Jahrzehnt oder zwei?) wird man sich fragend anschauen, wie man so ein Projekt so kritisch betrachten konnte.

0 comments
Submit comment